Anreise: Von kabbeliger See, perfekten Bögen und starkem Teamgeist
Hallo aus dem Mittelmeer! Wir sind gelandet, wir sind komplett (an Menschen, leider nicht an Gepäck) und wir sind bereit für das große Blau. Unsere 17-köpfige Truppe ist wohlbehalten auf Gozo angekommen. Leider war das Gepäck nur 16-köpfig. Zwar hatte unser Doc mit einem olympiaverdächtigen Sprint am Frankfurter Flughafen sein Flugzeug gerade so erwischt. Seine Koffer reichte es nicht mal zur Teilnehmerurkunde.
Nach der Anreise steckte uns allen zwar die Müdigkeit in den Knochen, aber das breite Grinsen im Gesicht konnte uns keiner nehmen. Bei einem fantastischen Abendessen, das sich bis tief in die Nacht zog, haben wir die Lebensgeister wieder geweckt und auf die kommenden Tage angestoßen.
Tag 1: Der Sprung ins kalte… Verzeihung, kabbelige Wasser
Der erste volle Tag startete direkt mit dem Pflichtprogramm. Zuerst ging es an die offizielle Baseneinführung. Ein ganz großes Dankeschön an das Nauticteam-Gozo für den herzlichen Empfang und die top Organisation! Sogar die vermissten Koffer waren dabei.
Danach hieß es: Rein in die Anzüge und ab zu den ABC-Übungen. Schwimmen und Apnoetauchen standen auf dem Plan. Allerdings meinte es der Wettergott sportlich mit uns – die See war ziemlich kabbelig. Flexibilität ist des Tauchers zweite Natur, also haben wir kurzerhand eine geschütztere, geeignete Bucht gesucht und gefunden.
Zwischenstand am Mittag: Alle waren geschafft. Äh, nein, Autokorrektur aus: Alle haben es geschafft! Und das verdammt gut.
Der erste Bootstauchgang: Zwischen Sightseeing und Seemannschaft
Am Nachmittag wurde es ernst: Der erste Bootstauchgang zur Eingewöhnung stand an. Und dieser Tauchgang hatte direkt alles zu bieten, was den Tauchsport so faszinierend und unberechenbar macht. 2 von 4 Gruppen: Hatten das Glück (und die Orientierung) auf ihrer Seite. Sie fanden das berühmte Highlight, den Double Arch, und konnten den Großteil der angepeilten Übungen erfolgreich absolvieren. Ein perfekter Einstieg! Die anderen Gruppen: Hier zeigte sich, wie wichtig eine solide Ausbildung und ein kühler Kopf sind. Aufgrund der Strömung wurden die Gruppen samt Boot so weit abgetrieben, dass ein sicherer Tauchgang nicht mehr gewährleistet war. Die absolut richtige und professionelle Entscheidung: Abbruch des Tauchgangs. Sicherheit geht unter Wasser immer vor – Respekt an die Gemeinschaft der Tauchgruppen für das konsequente Handeln!
Das Fazit des Tages:
Nach so viel Action, Salz auf der Haut und einer gehörigen Portion Adrenalin hatten wir uns das Abendprogramm mehr als verdient. Bei bestem Essen und in gemütlicher Runde wurden die Energiespeicher des Körpers wieder aufgefüllt – und auch der Mut für die nächsten Tage wurde direkt mitgestärkt.
Gozo hat uns direkt am ersten Tag gefordert, aber als Team haben wir gezeigt, dass wir bereit für alles sind. Morgen geht es weiter, das Meer wartet auf uns!
Bleibt dran für die nächsten Updates aus dem Logbuch!
Tag 2
Nach einem leckeren Frühstück am Hafen und besserem Wetter. Ging es direkt zur Tauchbasis. Der Bulli wurde in Windeseile beladen. Dadurch hatten wir genügend Zeit das erste Briefing der Groten Gruppe vorzutragen. Hier wurde die Grote Gudja Cave des ersten Tauchgangs vorgestellt, dazu die wichtigsten Sicherheitshinweise, Auswahlkriterien und Tauchvoraussetzungen. Nach einem kurzen Vortrag der Übung des ersten Tauchgangs ging es zum Hafen, wo am Boot die Ausrüstung zusammengebaut wurde, um sie danach auf dem Boot zu verstauen.
Während der Fahrt zum Tauchplatz wurden dann die Gruppeninternen Briefings gehalten. Angekommen am Tauchplatz, ging es zunächst darum einen Verunfallten Taucher aus dem Wasser ins Boot zu bekommen. Unter Einsatz von diversen Tampen und Bandschlingen, dazu vielen Händen war es möglich die Person zu retten und an Bord zu bringen. Dort kam dann das neue Tragetuch zum Einsatz. Hier war der Ausbilder von dem betörenden Geruch hellauf begeistert. Aufgrund des doch starken Wellengangs wurden die Demonstration beendet und die noch fitten Taucher begannen ihren Tauchgang. Die Gudja Cave Grote besticht durch ihre zwei Eingänge, welche auf ca. 30 Meter und ca. 10 Meter liegen. Der Lichteinfall war phänomenal . Bevor es aber in die Grotte ging, wurde von jedem TL 2/3 Anwärter nochmal die Rettung eines handlungsunfähigen Tauchers demonstriert. Nachdem alle Gruppen an Bord waren, ging es zurück in den Hafen. Dank vieler Hände wurden die Flaschen schnell verladen, gefüllt und zum Boot zurückgebracht.
Nach einer kurzen Mittagspause trafen wir uns alle an Bord wieder, Ausrüstung komplett, verstaut und gespannt auf den nächsten Tauchplatz. Im Hafen wurde dann die Cathedral Cave von der Groten Gruppe vorgestellt. Im Anschluss erfolgten noch die Referate zu den diversen Übungen (Flossentechniken, Verlust Maske und Atemregler gleichzeitig, sowie des schließen des Ventiles der 1. Stufe des Hauptatemreglers). Nach einer kurzen Ausfahrt erreichten wir unseren Tauchplatz. Die Grotte ist fantastisch und lässt ein Auftauchen zu, um das Licht und den Klang genießen zu können. Die gesamten Übungen wurden von allen Teilnehmern gut durchgeführt. Zurück am Hafen, wurde wieder mit vereinten Kräften das Boot abgeladen und der Bulli beladen. An der Tauchbasis war allen die Routine anzumerken, was zu einem schnellen Feierabend führte. Beim gemeinsamen Abendessen am Hafen, bei Bruschetta, Wein, diversen Pasta Variationen und einer Geburtstagstorte für Jonathan dazu ein Happy Birthday, hatte der Abend mit dem WM-Spiel der Deutschen ein würdiges Ende. Mit vielen großartigen Erfahrungen, eindrücken und der Neugier auf die weitern Tauchplätze verabschieden wir uns für heute.