Tauchlehrer-Prüfung in Gulen

Blog zur Tauchlehrer 2/3-Prüfung des VDST in Gulen (NOR)

Wir heißen Euch herzlich Willkommen zur dritten Bundesprüfung 2026 des VDST in Gulen. Wir freuen uns, Euch an unseren Erlebnissen über und unter Wasser teilnehmen zu lassen.

Vorfreude, Anreise und der Start in die Tauchlehrer-Bundesprüfung (TL2 und TL3) in Gulen

Die Vorfreude ist groß: Ausbilder sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und sogar aus Norwegen kommen in Gulen zusammen, um gemeinsam in die diesjährige Tauchlehrerprüfung zu starten.

Bereits die Anreise verlief auf ganz unterschiedliche Weise. Einige nutzten die Fähre nach Bergen und konnten die beeindruckende norwegische Küstenlandschaft bereits vom Wasser aus genießen. Andere legten in Hirtshals einen Zwischenstopp ein und absolvierten dort den ersten „Trockentauchgang“ der Woche – allerdings ganz entspannt im Nordsee-Ozeanarium. Hier konnten unzählige Unterwasserbewohner wie Haie, Schollen, Plattfische, Robben und viele weitere Meereslebewesen bestaunt werden. Ganz ohne Maske, Flossen oder nasse Haare. So komfortabel wird es in den nächsten Tagen vermutlich nicht mehr.

Gegen Abend machten sich schließlich auch die letzten Nachzügler auf den Weg. Der Plan war eigentlich perfekt – bis er auf den norwegischen Fahrplan traf. Eine Fähre wurde um ganze drei Minuten verpasst. Drei Minuten! Genug Zeit für einen kurzen Buddy-Check, aber leider nicht, um die Heckklappe der Fähre wieder zu öffnen. Immerhin: So blieb noch etwas mehr Zeit, die beeindruckende Fjordlandschaft zu bewundern. Man muss schließlich die positiven Seiten sehen.

Am Nachmittag begann dann der Ernst des Lebens – zumindest der taucherische. Nach einer ausführlichen Begrüßung, dem Kennenlernen des Prüfungsteams und einem Rundgang über die Tauchbasis mit allen wichtigen Sicherheitsinformationen ging es direkt ins Wasser.

Am Nachmittag folgten bereits die ersten ABC-Übungen. Auf dem Programm standen zunächst das Flossenschwimmen und anschließend eine Tieftauchübung auf zehn Meter. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvierten diese ersten praktischen Prüfungsbestandteile erfolgreich und konnten damit einen gelungenen Start in die Prüfungswoche verbuchen.

Damit ist der Grundstein gelegt. Dem Tauchplan der nächsten Tage steht nun fast nichts mehr im Weg – außer der täglichen Herausforderung, nach einem langen Tauchtag noch einen unterhaltsamen Blogbeitrag zu schreiben. Aber auch dafür wird sich bestimmt ein Freiwilliger finden… oder zumindest jemand, der nicht schnell genug weglaufen (oder abtauchen) kann.

Drei Fun Facts zu Norwegen und Gulen

  1. Fjord mit Tiefgang: Gulen liegt an der Mündung des Sognefjords – dem längsten und tiefsten Fjord Norwegens. Wer hier sagt, es geht tief runter, meint das durchaus wörtlich. Die Kombination aus Fjord und offenem Meer macht die Region zu einem außergewöhnlichen Tauchrevier.
  2. Beste Bedingungen unter Wasser: Durch den ständigen Wasseraustausch zwischen Nordsee und Fjorden sind rund um Gulen häufig hervorragende Sichtweiten möglich – ideale Voraussetzungen für eine hoffentlich erfolgreiche Prüfungswoche.
  3. Licht aus? Fehlanzeige: Im norwegischen Sommer wird es erstaunlich spät dunkel. Das bedeutet: genug Zeit zum Tauchen, Ausrüstung trocknen, Fachsimpeln – oder eben zum Schreiben des nächsten Blogbeitrags.

Wir hoffen, wir konnten euch mit diesem ersten Beitrag ein wenig unterhalten und einen Einblick in unseren Start in die Tauchlehrerprüfung geben. In den kommenden Tagen berichten wir natürlich weiter direkt aus Gulen – mit spannenden Erlebnissen über und unter Wasser.

Tag 2 – Ein neuer Tag beginnt…

…für den einen ausgeschlafen, für den anderen eher weniger, weil das Fußballspiel der norwegischen Mannschaft am vorigen Abend auch an uns nicht vorbei ging.

Nach dem Frühstück konnten wir endlich mit den Tauchgängen starten. Zuvor erfolgten ein Sicherheitsbriefing sowie ein Kurzreferat über den geplanten Tauchgang. Während wir zur Eingewöhnung das Hausriff erkundeten, mussten kleinere Übungen absolviert werden. Mit dabei waren der Wasser-Nase-Reflex, Bleicheck, Handhabung des langen Schlauchs, einhändiges Maske aufsetzen und was den Ausbildern noch so eingefallen ist.

Eine Hürde vor dem Mittagessen gab es noch zu überwinden: das Bootsbriefing.

Gut gestärkt vom Mittagessen ging es zum nächsten Hailight. Mit der Vikingfjord und dem RIB ging es zum ersten Wracktauchgang an der DS Bandak. Dort gab es viel zu erleben: der standorttreue Conger, viele Fische, die sich im Kelpwald versteckten und für einige aufmerksame Taucher einen Hundshai.

Nach der Rückkehr zur Basis wurden wir von Duft frisch gebackener Waffeln empfangen. Um uns auf die nächsten Tauchgänge und Übungen der laufenden Woche einzustimmen, gab es anschließend an das Abendessen noch eine Theorieeinheit von Frank zum Thema Tauchunfälle und Problemlösungen.

So endet ein schöner, erlebnisreicher Tag und lässt uns voller Vorfreude und Spannung auf die nächsten Herausforderungen blicken.

Daniela & Josephine

Tag 3 – Sonne, ruhige See und zwei Wrackklassiker

Ein neuer Tag beginnt…

…und diesmal meinte es der Wettergott richtig gut mit uns. Die Vorhersage klang am Dienstagabend noch eher nach Wetter kurz vor Weltuntergang. Nach den wechselhaften Eindrücken der letzten Tage wurden wir am Morgen aber mit Sonne, ruhiger See und bester Laune belohnt. Genau so darf ein Tauchtag in Norwegen gerne starten.

Pünktlich um 10:00 Uhr legten die beiden Boote der Tauchbasis ab. Vor uns lag rund eine halbe Stunde Fahrt durch die beeindruckende Fjordlandschaft – diesmal nicht gegen Wind und Welle, sondern bei nahezu flacher See und schönstem Sonnenschein. Schon die Anfahrt war damit ein kleines Highlight.

Das eigentlich eingeplante und versprochene Highlight wartete dann aber unter Wasser: die Wracks der SS Fernedale und der SS Parat. Für die Gruppen ging es auf knapp 50 Meter Tiefe hinab, und dort zeigte Gulen einmal mehr, warum dieser Ort für Wracktaucher so besonders anziehend ist. Konzentrierte Teams, gute Stimmung und jede Menge Eindrücke machten den Tauchgang mit überragenden Sichtweiten für alle Beteiligten zu einem echten Erlebnis.

Zurück an der Basis wartete schon die nächste Belohnung: eine leckere Spargelcremesuppe zum Mittagessen. Nach so einem Vormittag war das genau das Richtige, um wieder warm zu werden und neue Energie zu sammeln.

Am Nachmittag ging es pünktlich um 14:30 Uhr mit einer Theorieeinheit weiter. Ausbilder Peter Leopold referierte zunächst über das Thema Trockentauchen – inklusive Vorstellung verschiedener Trockentauchanzüge und ihrer Unterschiede in allen Facetten. Anschließend nahm uns Frank mit in das Thema Problemlösung beim Tauchen. Besonders spannend: Die Abnahmeberechtigung für diesen Spezialkurs kann im Rahmen dieser Prüfungswoche miterworben werden, da viele Übungen aus dem Kurs in die Praxis eingebunden sind.
Beim zweiten Tauchgang des Tages am Hausriff mussten die Anwärterinnen und Anwärter die Theorie dann direkt in die Praxis umsetzen und verschiedene Probleme, wie zum Beispiel den gleichzeitigen und plötzlichen Verlust von Atemregler und Maske, souverän lösen – natürlich mit der nötigen Konzentration, aber auch mit der Portion Spaß, die diese Woche bisher auszeichnet.

Wie immer fand sich die Gruppe zum gemeinsamen Abendessen in der Bar zusammen. Ein kurzer Impulsvortrag von unserer Ärztin Antje zum Thema „Urosepsis durch Fehler beim Trockentauchen“ wies die Teilnehmenden noch einmal auf die korrekte Nutzung von Urinalkondom und Pinkelventil hin.

Danach wurde im Gemeinschaftsraum weiter gefachsimpelt, gelacht und die bisherigen Tauchgänge noch einmal Revue passieren gelassen. Gegen 23:00 Uhr ging ein langer, schöner und erneut sehr lehrreicher Tag zu Ende.

So darf es gerne weitergehen – mit Sonne im Gesicht, Salz auf der Haut und jeder Menge Vorfreude auf die nächsten Aufgaben unter Wasser.

Team Berlin: Paul & Philipp

Der „Ernst des Lebens“

Tag 4 der TL2/3-Prüfung in Gulen, Norwegen, beginnt und damit beginnt für uns auch der „Ernst des Lebens“, denn wir starten heute mit den Prüfungstauchgängen!

Die Zeichen hierfür stehen (zumindest an diesem Morgen) sehr gut, denn noch vor dem Frühstück wurden wir von Schweinswalen gegrüßt, die in Sichtweite den Fjord durchquerten. Mit diesem fantastischen Start in den Tag beginnt die Vorbereitung für den ersten Prüfungstauchgang.

Auf dem Programm steht ein Deko-Tauchgang am gestern bereits betauchten Doppelwrack der SS Fernedale und der SS Parat, die an einer Felswand von 10 bis 50m Tiefe liegen – quasi vertikales Wracktauchen. Hierbei soll eine TTS (Time To Surface – also die Zeit, die benötigt wird, um mit allen notwendigen Deko- und Sicherheitsstops die Oberfläche zu erreichen) von 15 min aufgebaut werden. Im Anschluss sollen die jeweiligen Gruppen dann einen gemeinsamen, kontrollierten Aufstieg in Sternformation von 35m auf 20m durchführen. Auf 20m wird durch ein Teammitglied die Boje gesetzt, der Tauchgang im Anschluss fortgesetzt und mit der entsprechenden Dekompression final beendet. Neben allem touristischen Anteil wollen die Ausbilder hier Präzision sehen.

Zurück an Bord der „Viking Fjord“ konnten zahlreiche strahlende Gesichter beobachtet werden. Das Doppelwrack ist einfach ein beeindruckender, fantastischer Anblick und die Übungen haben gut funktioniert.

Zurück an der Basis hieß es dann: Boot entladen, Ausrüstung vorbereiten und am Imbiss stärken.

Am Nachmittag stand dann der zweite Prüfungstauchgang an und für einige ging es fast fließend von der Nachbesprechung zum Mittagessen zur Vorbesprechung. Eine ganz kurze Fahrt mit dem RIB (Hartrumpfschlauchboot) stand an und nacheinander wurden wir in drei Gruppen um die Basisecke zur „Troll-Wand“ gebracht. Hier konnten wir zunächst die imposante Steilwand mit großem Überhang bestaunen. Im Verlauf des Tauchgangs wurde anschließend im flacheren Bereich die anstehende Übung des Tauchgangs durchgeführt, das Setzen der Boje unter Wechselatmung. Bei dieser Übung wird im Team eine Ausnahmesituation simuliert und die taucherischen Fähigkeiten getestet. Das Zweierteam wechselt sich mit dem Atmen aus einem Atemregler ab. Besonders spannend hierbei ist dann das Setzen der Boje, da hierfür ebenfalls Luft aus dem Regler benötigt wird. Bei dieser Übung ist also so einiges an Ruhe und Konzentration gefragt, da kann es auch schon mal passieren, dass eine Boje sich verselbstständigt und die Reise an die Oberfläche inklusive noch eingehaktem Reel unternimmt.

Was kann es Schöneres geben, als nach einem spannenden und schönen Tauchgang die Basis zu erreichen, wo es bereits nach frisch gebackenen Waffeln duftet!

An dieser Stelle sei einmal die fantastische Verpflegung durch die Basis hervorgehoben: vom Frühstück über die Suppe am Mittag bis zu den Waffeln nach dem Tauchgang und dem Abendessen ist alles dabei!

Stichwort Bojen:
Am Abend gab es noch eine kleine Lehrstunde zum Thema Boje. Was wäre nötig, um gesehen zu werden, wenn die See nicht so glatt, der Wind nicht so ruhig und die Strömung nicht so langsam wäre?

Denn manchmal kommt es im Leben dann doch auf die Größe (der Boje) an.

So endet der erste anstrengende Prüfungstag mit einem kleinen Lacher und der Vorfreude auf die folgenden Tage!

Euer heutiges Blog-Team: Dennis & Nils

Neuer Tag – neues Wrack

Heute ging es zur Solvang 2. Als noch relativ frisches Wrack liegt die Solvang seit den 1990er Jahren auf Kiel im Sognefjord.

Aufgabe des Tauchgangs war die Simulation eines vereisten Atemreglers mit anschließendem selbstständigen Schließen des Hauptventils. Anschließend wurde jeder einmal von seinem Buddy mit Blindmaske am Wrack entlang geführt. Nach dem offiziellen Teil durften wir am Heck der Solvang Bekanntschaft mit einem zutraulichen Leng machen. Die wirklich wunderschön bewachsene Brücke wurde von einem fetten Dorsch bewacht, der uns sichtlich verwirrt beobachtete. Naja, als netter Taucher hält man eben respektvollen Abstand zu den norwegischen Einheimischen. Ein wirklich schöner Tauchgang bei besten äußerlichen Bedingungen.

Nachmittags stand die Rettungsübung an. Diese Kernübung ist besonders wichtig. In den Gruppen musste die verunfallte Person in Etappen, einem Stopp von 3 Minuten auf 5 Metern und dem Setzen einer Boje bis an die Oberfläche und dort weiter bis zum Einstieg gebracht werden. Hier wurden die Geräte abgelegt. Selbst die Kombination aus großem und kleinem Menschen wurde mit Bravour gemeistert.

An Land ging es dann mit verschiedenen Fallbeispielen mit unserer Ärztin Antje weiter: Begegung mit einer Feuerqualle, Unterkühlung, Schwindel und Übelkeit nach dem Tauchgang mit Verbesserung bei O2-Atmung, unkontrolliertes Zittern an Land, Halbseitenlähmung und Sprachstörung. Hier galt es zu analysieren und zügig zu handeln.

Zur Belohnung gab es wie jeden Tag eine Waffel mit Marmelade og verdens bedste ost: brun ost.

Det var en heroisk innsats!                                                        

Nach einem langen und erlebnisreichen Tag kam schließlich die Sonne raus. Dejlig norsk sommer.

Jette und MiBa

Tag 6

Frankenwald, Fuchsjagd und Fachgespräche

Ein neuer Tag beginnt…

…wie inzwischen gewohnt mit einem leckeren Frühstück, den ersten Gesprächen am Tisch und dem anschließenden Aufrödeln. Danach ging es direkt in die Vorab-Briefings. Josy übernahm als TLVD die Einweisung in den Tag und gab der Gruppe den Rahmen für das, was uns heute erwartete.

Anschließend hielt Philipp ein kurzes Referat zum geplanten Tauchgang an der SS Frankenwald. Neben einem Überblick zum Wrack ging es vor allem um die Übung „Luftmanagement in der Tiefe“. Die Aufgabe: In der Tiefe so planen, kommunizieren und gemeinsam handeln, dass alle Gruppenmitglieder den Tauchgang mit möglichst ähnlichem Restdruck sicher beenden können.

Dann hieß es: Leinen los. Wie gewohnt machten sich zwei Gruppen mit dem großen Kajütboot und eine Gruppe mit dem RIB auf den Weg. Nach rund einer Stunde Fahrt erreichten wir das Wrack der Frankenwald – für viele eines der beeindruckendsten Wracks Norwegens.

Alle drei Gruppen gingen wie geplant ins Wasser, tauchten ab und erkundeten das 122 Meter lange Wrack. Da bei dieser Länge unmöglich alles in einem Tauchgang zu sehen ist, orientierte sich eine Gruppen in Richtung Heck und zwei in Richtung Bug. Am Heck gab es viel zu entdecken: die Aufbauten, das Ruder und den Bereich, in dem die Schraube einst saß.

Die Gruppen die Steuerbords zum Bug tauchte, kam an einem großen Riss in der Bordwand vorbei (vielleicht beim Auftreffen auf Grund beim Sinken entstanden) und tauchte bis knapp vor die Bugspitze und beim Rückweg auf dem Deck gab es ebenfalls einiges an Fisch und tollen Bewuchs zu bewundern.

Bei allen Gruppen lag die maximal getauchte Tiefe bei 40 bis 41 Metern.

Nach einem sehr schönen und konzentrierten Tauchgang ging es unter Einhaltung aller Dekostopps, die auch mal was länger dauerten, wieder zurück an die Oberfläche.

Alle Gruppen kamen sicher an Bord – mit vielen Eindrücken, guter Stimmung und sicher auch mit einem Tauchgang im Kopf, der noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Zurück an der Basis folgte das Debriefing, bevor uns zum Mittagessen eine leckere Fischsuppe erwartete. Genau das Richtige nach einem Vormittag auf und unter dem Wasser.

Am Nachmittag stand die nächste Aufgabe auf dem Programm: Fuchsjagd am Hausriff. Dabei präsentierten die Gruppen unter Wasser die Wechselatmung in Reihe. Auch diese Übung wurde von allen Gruppen gut umgesetzt, sodass am Ende alle wieder sicher am Hausriff auftauchten.

Natürlich durfte auch heute die tägliche Waffel nicht fehlen – wahlweise mit Himbeer- oder Erdbeermarmelade oder dem norwegischen Fløtemysost (“braunen Käse” /Karamellkäse). Danach wurde weiter debrieft, gefachsimpelt, kurz durchgeatmet und ein bisschen Kraft für den Abend gesammelt.

Nach dem gemeinsamen leckeren Abendessen stand das Abendprogramm unter einem Thema, das man vermutlich nicht in jedem Theorieplan sofort erwarten würde: Pinkeln unter Wasser oder die Frage “To pee or not to pee?”

Die Reaktionen reichten von leicht verstört über sehr interessiert bis hin zu eher zurückhaltenden Kommentaren.

Es wurde diskutiert, Erfahrungen wurden ausgetauscht, Tipps gegeben und verschiedene Möglichkeiten besprochen, wie man es besser oder zumindest anders machen kann. Egal ob Männlein ob Weiblein.

Der praktische Anteil kam dabei offenbar auch nicht zu kurz – und irgendwo fiel sogar das Gerücht, dass eine Banane zum Einsatz kam. Mehr muss an dieser Stelle vielleicht nicht gesagt werden.

So ging ein langer, voller und wieder sehr abwechslungsreicher Tag zu Ende. Mit der Frankenwald als großem Highlight, gelungenen Übungen am Nachmittag und einem Abendprogramm, das sicher ebenfalls in Erinnerung bleiben wird, fielen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer später in den wohlverdienten Schlaf.

Und morgen? Da wartet bestimmt schon die nächste Aufgabe – über Wasser, unter Wasser oder irgendwo dazwischen.

Josi & Manuel

Tag 7

Der letzte Tag

„Plane deinen Tauchgang – und tauche deinen Plan.“ Ein Leitsatz, den wohl jede Taucherin und jeder Taucher kennt. Am letzten Prüfungstag zeigte sich einmal mehr, dass zu einem guten Tauchplan auch die nötige Flexibilität gehört.

Eigentlich war für den Vormittag ein Tauchgang an der DS Frankenwald geplant. Aufgrund der herrschenden Windverhältnisse musste dieser jedoch kurzfristig abgesagt werden. Sicherheit geht schließlich immer vor.

Die Crew des Dive Center Gulen reagierte gewohnt professionell und stellte innerhalb kürzester Zeit einen Alternativplan auf. So führte der letzte Tauchgang der Prüfungswoche an die beeindruckende Steilwand im Gulafjord – eine Entscheidung, die sich als echter Glücksgriff herausstellte.

Bereits beim Abstieg hatte eine der Tauchgruppen das besondere Glück, auf einer Sandbank direkt vor der Steilwand einen gut getarnten Rochen zu entdecken. Während dieser Anblick einer Gruppe vorbehalten blieb, konnten sich alle Taucherinnen und Taucher an der abwechslungsreichen Unterwasserwelt erfreuen. Vor allem im Flachbereich, während der Deko- und Sicherheitsstopps, waren zahlreiche Jakobsmuscheln zu beobachten. Besonders faszinierend, dass einige von ihnen sogar aktiv über den Meeresboden „schwammen“ – ein Anblick, den man nicht alle Tage erlebt.

Nach dem erfolgreichen Abschlusstauchgang folgte am Abend der feierliche Höhepunkt der Woche.

Insgesamt konnten acht neue VDST-Tauchlehrer 2 sowie ein VDST-Tauchlehrer 3 ihre neuen Brevets entgegennehmen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Leistung!

Allen frisch gebackenen Tauchlehrerinnen und Tauchlehrern wünschen wir viel Freude, Motivation und Erfolg bei ihrer zukünftigen Ausbildertätigkeit. Mögt ihr viele begeisterte Taucherinnen und Taucher auf ihrem Weg begleiten.

Doch damit war der Tag noch nicht beendet. Während die deutsche Nationalmannschaft die Heimreise von der Fußball-Weltmeisterschaft bereits antreten musste, stand für die norwegische Dive-Crew noch ein echtes Highlight auf dem Programm: das WM-Viertelfinale gegen England. Nach einer Woche voller Gastfreundschaft, perfekter Organisation und unvergesslicher Tauchgänge war es selbstverständlich, den Gastgebern auch vor dem Fernseher die Daumen zu drücken.

Als dieser Blogbeitrag entstand, zeigte die Anzeigetafel kurz vor Mitternacht ein spannendes 1 zu 1. Wie die Partie letztlich endete, wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Mit diesem Beitrag endet eine rundum gelungene Tauchlehrerprüfung in Gulen. Besonders hervorzuheben ist, dass die gesamte praktische Prüfung ausschließlich im Trockentauchanzug absolviert wird – eine Besonderheit, die allen Teilnehmenden einiges abverlangte und wertvolle Erfahrungen bescherte. Wobei der Begriff Trockentauchanzug nicht bei allen wörtlich zu nehmen war.

Drei Fun Facts zum Abschluss

  1. Nach dem Tauchgang ist vor der Optimierung: Kaum waren die Flaschen abgelegt, verwandelten sich Werkbank und Aufenthaltsraum regelmäßig in eine kleine Servicewerkstatt. Täglich konnte man Taucherinnen und Taucher dabei beobachten, ihre Ausrüstung zu optimieren, Kleinigkeiten zu reparieren oder noch schnell die „eine perfekte Einstellung“ zu finden – schließlich gibt es an Tauchausrüstung bekanntlich immer etwas zu optimieren oder reparieren.
  2. Jakobsmuscheln können schwimmen und springen.
    Was viele nicht wissen: Jakobsmuscheln klappen ihre Schalen blitzschnell auf und zu und können sich so tatsächlich durch das Wasser fortbewegen. Einige Teilnehmende konnten dieses seltene Schauspiel während der Sicherheitsstopps beobachten.
  3. Trockentauchen ist Übungssache: Auch mit einem Trockentauchanzug bleibt man nicht automatisch trocken. Eine nicht ganz perfekt sitzende Manschette, eine Undichtigkeit oder ein kleines Ventil-Missgeschick reichen aus, um den Begriff „Trockentauchanzug“ etwas kreativer auszulegen – eine Erfahrung, die in Gulen offenbar bei dem ein oder anderen zur Ausbildung dazugehörte.

Tusen takk, Gulen – und bis zum nächsten Mal. Gut Luft!

Tim

 

Der VDST bedankt sich bei den beteiligten Ausbildern Frank Ostheimer, Peter Leopold und Jost Bracklo sowie der begleitenden Ärztin Antje Engelmann für ihren Einsatz während dieser Prüfung. Gemeinsam mit den Teilnehmern sorgten sie für einen erfolgreichen, reibungslosen Ablauf einer Prüfungswoche mit vielen spannenden Erlebnissen und neuen Erfahrungen.

Seit 2019 werden die TL-Prüfung in Norwegen im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Als wirkliche Kaltwasser-Prüfungen ein echtes Highlight unter den VDST-TL-Prüfungen, verbunden mit vielfältigen Eindrücken in den norwegischen Küstengewässer!

Einen besonderen Dank gilt ebenfalls dem Team des Gulen Dive Resort um Monika und Ørjan Sandnes für die hervorragende Betreuung und Unterstützung während der gesamten Woche!

Hagen Engelmann (VDST-Ausbildungsleiter)

Die nächsten Bundesprüfungen

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  • 26. September 2026 08:00
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  • 3. Oktober 2026 08:00
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TL3-Theorievorbereitung 2026 VDST-Bundesgeschäftsstelle
  • 7. November 2026 08:30
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  • 21. Februar 2027 08:00
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TL3-Theorieprüfung 2027 VDST-Bundesgeschäftsstelle
  • 10. April 2027 08:30
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TL2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Hyères, Frankreich) VDST-Dive Center Divin Giens, Frankreich
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  • 30. Juli 2027 08:00
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TL2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Rosas, Spanien) VDST-Dive Center Roses Sub, Spanien
  • 3. September 2027 09:00
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TL2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Elba, Italien) VDST-Dive Center Aquanautic Elba, Italien
  • 2. Oktober 2027 08:00
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