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Tauchausbildung

TL2- und TL3-Prüfung in Hyères, 3.-11. Juni 2017


Abschlusstage

Das Meer ist spiegelglatt und es gibt nur wenig Strömung. Mit einem Abschlusstauchgang erneut an der Donator beenden wir diese Ausbildungswoche des VDST. Alle sind guter Stimmung. Die Ausbilder und unser Kapitän Hansi sind wirklich sehr stolz darauf, wie „das Boot nun läuft“. Kaum wird die Drehzahl des Motors reduziert, stehen schon alle gebrieft, angezogen und gecheckt bereit. Schnell ist das Boot leer und die ersten erreichen nach gut einer Minute das Wrack. Gleichwohl geht es noch einmal darum einen anspruchsvollen Dekotauchgang mit 15 Minuten realer Deko zu planen und in Gruppen zu absolvieren. Alles klappt super.

Am Nachmittag ist Theorie angesagt. Für den Spezialkurs Problemlösungen beim Tauchen werden die wesentlichen Inhalte von Frank vorgetragen. Danach wird das Ergebnis verkündet - alle haben diesen Praxisteil der TL Ausbildung bestanden! Erleichterung - nun auch offiziell. Fürs Feedback nutzen wir die mit Segeln überspannte Dachterasse: “Eine tolle Woche auf hohem Niveau mit vielen schönen Erlebnissen“ ist das Resümee der Gruppe. Auch die homogene Ausbildercrew mit gleichlautenden Ansprüchen wird betont.  Beim Essen gibt es noch Luft nach oben. Die wenigen organisatorischen Vorschläge werden wir gerne übernehmen. So gab uns schon Mitte der Woche der Appell von Sascha zu denken. Immer wieder stehen nicht vollständig geleerte Wasserflaschen herum und müssen entsorgt werden. In Summe verbrauchten wir in der Woche rund 400 Plastik-Wasserflaschen. Die Probleme mit Plastikmüll in den Meeren sind bekannt und zeitlich parallel zur TL Prüfung befasst sich in New York eine UN-Konferenz auch mit diesem Thema.  Hier müssen wir besser werden.

Besonders hervorgehoben wurden von allen Teilnehmern, dass es keine Wiederholung der TL1 Prüfung war. Unser Ziel war, dass alle „richtig etwas dazu lernen“ und wir aber gleichzeitig Freude beim Tauchen vermitteln. Das ist gelungen. Schwerpunkte dieser Bundesprüfung waren, die Planung und Durchführung von anspruchsvollen Deko- und Wracktauchgängen, Grottentauchgänge und das Erkennen und Lösen von Ausrüstungsproblemen unter Wasser.


Zuhören / Foto: VDST
Freude / Foto: VDST
Freunde / Foto: VDST
Frank / Foto: VDST

Am Abend werden die Urkunden, Lizenzen und VDST Pässe überreicht. Gleich vier Stipendiaten des VDST sind nun mit deutlich unter 30 Lebensjahren VDST TL2. Neptun Horsti lässt die Woche traditionsgemäß auf seine Art Revue passieren. Seine Beobachtungen gleitet er gewohnt in lustige  und nachdenkliche Botschaften.

Wir gratulieren Miriam Fellner (NRW) zur bestandenen TL3 Praxisprüfung und den neuen VDST Tauchlehrern 2:

Maik Dammann (HTSB)
Steffen Gerteiser (WLT)
Marco Hölzer (WLT)
Urs Jacob (HTSB)
Sebastian Klossek (HTSV)
Estelle Mäder (HTSV)
Gerrit Matschurat (HTSV)
Fabian Möller (NRW)
Bea Vanessa Müller (HTSV)
Georg Schmidt (NRW)
Torsten Stein (NRW)
Sascha Thom (HTSV)

Frank Ostheimer dankt der Basiscrew Hansi Hähner und Horst Wirtz, den TL3 Hospitanten Markus Brand (Bremen), Robert Bank (MV) und Sascha Brand (HTSV) sowie den VDST TL Ausbildern Ira Nahe (Niedersachsen), Ulrich Zimmermann (Bayern), Dirk Michaelis (unser DOC) und Klaus Ostheimer aus Hessen sehr herzlich.

Abschlussfeier / Foto: VDST
Abschlussfeier / Foto: VDST
Neptun Horsti / Foto: VDST
Geschafft / Foto: VDST

Tag 7

Jetzt ist nur noch Bilderbuchwetter angesagt und eine Tagesfahrt ins Naturschutzgebiet Port Cros. Auf der Hinfahrt tauchen wir mal kurz am zweiten Leckerbissen aus Alteisen ab. Es geht zum alten Griechen - der „Le Grec“. Nur rund 300m von der Donator entfernt, ist dieses Schiff Wochen später als die Donator ebenfalls auf eine Mine gelaufen. Beide Schiffe sanken, als der 2. Weltkrieg schon längst zu Ende war. Die "Le Grec" liegt ebenfalls auf 50m und ist noch dichter bewachsen. Bei der Explosion wurde der Bug abgetrennt. Dieser liegt 80m steuerbord querab. Die Übungen - Inflator abziehen und wieder aufstecken und das Stecken der vom Ausbilder gezeigten Knoten - können problemlos während des Tauchgangs absolviert werden - damit alle auch noch etwas von diesem schönen Wrack erleben. Wir haben alle große Tauchgeräte dabei, mit denen ein anspruchsvoller Dekotauchgang mit ausreichend Grundzeit am Wrack möglich ist.

Aufstieg / Foto: VDST
Boje / Foto: VDST
Biefing / Foto: VDST
Flaschen / Foto: VDST
Warten / Foto: VDST

Die Mittagspause wird mit einem „Moniteurmenü“ auf Port Cros verbracht. Beim Blick über die Insel könnte man meinen auf einer französichen Karibikinsel zu sein. Palmen, einfach Wege und wunderschöne Restaurants säumen den Hafen der voll ist mit Segelbooten und Tauchbooten.

Briefing mit Hansi / Foto: VDST
Gruppenbriefing / Foto: VDST
Palmen / Foto: VDST
Auszeit / Foto: VDST

Nachmittags wird an der „Gabiniere“ getaucht. Ein Felsen der, genau wie die genze Region, schon seit 1963 unter Naturschutz steht. Zackenbarsche in allen Größen, Barakudas, die im Freiwasser ihre Ringe um die Luftblasen schlagen und fast auf Griffnähe an die Taucher herankommen.


Tag 6

Ein Unterwasserfelsen „Sec deux ancre“ ist unser nächstes Ziel. Wie geschaffen für die klassische Wechselatmung. Etwas Strömung muss dabei gemeistert werden. Das Abtauchen erfolgt zunächst an einem von uns gesetzten Anker - der allerdings durch die letzte Gruppe mit Hebesack nach oben gelassen wird. Ausgetaucht wird dann im Freiwasser.

Nachmittags stehen die berühmten Grotten erneut auf dem Programm - am Ende mit Wechselatmung und dabei die Boje setzen - ebenfalls eine neue Übung, die alle herausfordert, aber von allen prima gemeistert wurde. Die Grotten sind ein richtiger Augenschmaus. Das einfallende Sonnenlicht zaubert ständig neue Eindrücke. In den Grotten gibt es in großen Lufträumen Fledermäuse und unter Wasser Garnelen und einen großen Hummer.

Wechselatmung / Foto: VDST
Boje setzen / Foto: VDST
Grottentauchen / Foto: VDST
Grottentauchen / Foto: VDST
Frohe Gesichter / Foto: VDST
Sonnendeck / Foto: VDST
 
 
 
 

Tag 5

Nun ist das Meer tief blau mit fliegender weißer Gischt - wir verstecken uns hinter der nahen Insel. Apnoe und die Rettung eines gerade abgesackten Gerätetauchers stehen auf dem Programm.

Der hierfür notwendige Parcour ist schnell aufgebaut und alle zeigen hier eine sehr gute Leistung. Auch die neue Übung, einen gerade abgesackten Gerätetaucher in Apnoe zu retten kam gut an - diese wird übrigens in französischen TL Prüfungen genauso durchgeführt. Hier muss allerdings eine schwere Puppe an die Oberfläche gerettet und abgeschleppt werden.

Am Nachmittag haben wir Windböen bis 70 km/h  - wir fahren zum gleichen Tauchplatz und absolvieren die klassische Rettungsübung - ergänzt durch Übungen aus dem SK Problemlösungen.

Neue Medien halten übrigens auch in Praxisprüfungen Einzug. Jeder hat ein Smartphone dabei und schon mit Beginn wurde eine Whatsapp Gruppe eingerichtet. Die Ausschreibungen gehen direkt nach dem Erstellen online in die Runde und jeder hat sofort alle Infos dazu.

Wie mit einem Schalter betätigt, ist am Abend der Wind weg.

 

 

Gleich geht es los / Foto: VDST
Gruppenfoto / Foto: VDST
Rettungsübung / Foto: VDST
Erste Hilfe/ Foto: VDST
Die Küste Südfrankreichs / Foto: VDST
Erste Hilfe / Foto: VDST
Spass / Foto: VDST
 
 
 

Tag 4

Ein weiteres Wrack steht auf dem Programm - die Michel C - nur 10 Minuten vom Hafen entfernt. Die Michel C liegt in Tiefen zwischen 38 und 30m zwischen großen Felsbrocken. Es ist immer eine Herausforderung für Hansi das Wrack zwischen den Felsen im Echolot zu erkennen - er trifft es auf den Punkt. Nun haben zwei Taucher keine „simuliert“ am Ende keine Luft mehr. Die Vierergruppe muss das lösen und bei einer Gesamtaufstiegszeit von 12 Minuten - d.h. rund 8 Minuten reale Deko. Jede Gruppe muss natürlich die Boje setzen - da aber zwei in der Gruppe ihren Hauptregler abgegeben haben, gilt es hier gute Lösungen zu finden. Es klappt prima!

Am Nachmittag grenzt der nun starke Westwind die Tauchplätze ein. „Escampo geht immer“ sagt Hansi und so machen wir dort weitere Übungen des Spezialkurses. Verfangen in der Leine, Simulation einer Vereisung und Übungen zum Boje setzen.

Blick vom Boot / Foto: VDST
Escampo / Foto: VDST
Unterricht / Foto: VDST

Die ersten drei Tage

Die Gewässer der blauen Küste - der Cote d´azur - gelten als die Wiege des modernen Tauchsports. Hier sammelten die Tauchpioniere Ives Jacques Cousteau und Hans Hass vor rund 75 Jahren ihre ersten Erfahrungen mit autonomen Tauchgeräten. Cousteau gründete später die CMAS (Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques)  - er gilt hier als „Nationalheld“ - nach ihm sind Schulen, Museen  und öffentliche Einrichtungen benannt. 2016 wurde sein Leben im Film „Jacques - Entdecker der Ozeane“ als Kinofilm erneut verfilmt.
2017 findet in Südfrankreich die zweite VDST Bundesprüfung auf dem VDST Divecenter „Divin Giens“ von VDST TL3 Hansi Hähner statt.
Zwölf TL2 Anwärterinnen und Anwärter - eine TL3 Anwärterin - sowie drei TL3 Hospitanten trafen sich mit der Basiscrew und den Ausbildern (Ira Nahe, Dr. Dirk Michaelis, Klaus Ostheimer, Ulrich Zimmermann und Frank Ostheimer) am Samstag, den 3.6.2017, nach eigener Anreise mit dem PKW zur ersten Vorbesprechung.
Am Sonntag startete wir nun richtig - zunächst in Arbeitsgruppen. Viele der Teilnehmer waren schon einmal hier und so konnten Sie in Gruppen den sicheren Boots- und Tauchbetrieb, Seemannschaft, aber auch Grundsätze zur Vermeidung von Dekounfällen - zugeschnitten auf den Austragungsort und auf die gesetzlichen Regelnungen in Frankreich - selbst erarbeiten und vorstellen.
Der erste Prüfungsteil startete mit 1000m Schwimmen im Meer startete, gefolgt vom Eingewöhnungstauchgang in einer vom Wind geschützten Bucht - Piscine de Medes.
Die Wettervorhersage kündigt nun die die Ausbildungswoche ständige Änderungen an. Deshalb müssen wir sehr flexibel planen. So nutzten wir die ruhige Lage am Montag früh direkt für einen ersten Wracktauchgang an der Donator - für viele eines der schönsten Wracks weltweit. Simuliert wurde eine „out o fair“ Situation eines Tauchpartners am Ende der Grundzeit - d.h. mit Deko und ein zusätzlicher Sicherheitsstopp. Mit diesem Ablauf hatten  alle genug Zeit, sich das Wrack auch richtig anzusehen. Es ist über und über bewachsen und große Fischschwärme nutzen es als Schutz und Lebensraum.

Nachmittags planten wir einen Grottentauchgang - doch kurz vor der Ausfahrt drehte der Wind. Die Dünung lag nun genau an den 5 Grotten an. Hansi schlägt kurzerhand einen anderen Platz um die Ecke vor - der perfekt für die Nachmittagsübungen war. Bei dieser Bundesprüfung steht der VDST SK „Problemlösungen beim Tauchen“ im Fokus. Alle haben ihre eigenen Tauchgeräte dabei - mit zwei Ventilen und zwei kompletten Atemreglern. Einige tauchen auch in Trockentauchanzügen. Perfekt um genau diesen SK mit einzubauen.

 

 

Die Basis / Foto: VDST
Super Stimmung / Foto: VDST
1000m Schwimmen in voller Montur / Foto: VDST
Das Schiff wird beladen... / Foto: VDST
Flaschencheck an Bord / Foto: VDST
Vor dem Eingewöhnungstauchgang / Foto: VDST
Eingewöhnungstauchgang / Foto: VDST
Eingewöhnungstauchgang / Foto: VDST
Eingewöhnungstauchgang / Foto: VDST