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Tauchausbildung

Impressionen SK Sporttauchen in Meeresgrotten - Korfu 2019


15.06.2019 – Müde Gesichter

Endlich ist es soweit: das mit 12 Teilnehmern, sowie drei Ausbildern ausgebuchte Seminar „SK Sporttauchen in Meeresgrotten“ vom VDST in Paleokastritsa beginnt.

Nach einer frühen Anreise für Teilnehmer und Ausbilder ging es im vollausgereizten Shuttle-Bus zu den gebuchten Hotels. Nachmittags startete dann das Seminar mit dem Theorieteil. Hierzu wurde das Hotelzimmer eines Ausbilders kurzerhand in einen Seminarraum umgewandelt und die Teilnehmer wurden direkt auf dunkle Räume und Platzangst getestet.

Inhalt des Theorienteils war unter anderem:

  • Gegenseitiges Vorstellen der Ausbilder und Teilnehmer
  • Erwartungen und Wünsche
  • Vorstellung der einzelnen Grotten, die in dieser Woche betaucht werden
  • Was ist der Unterschied zwischen Meeresgrotten und Höhlen?
  • Sicherheitsmaßnahmen, z. B. Klärung der Bodenbeschaffenheit
  • Ausrüstungsempfehlungen für das Betauchen von Meeresgrotten
  • Erläuterung der typischen, regionalen Unterwasserlebewesen

Im Anschluss trafen sich die Teilnehmer des Seminars zum gemeinsamen Abendessen und Austausch im Hotelrestaurant. In geselliger Runde und freudiger Erwartung an die nächsten Tage wurde der Tag beendet.


16.06.2019 – Ein kleines Abenteuer

Nach einem gemeinsamen Frühstück trafen sich die Grottentaucher um 9:30 Uhr in der ältesten VDST Auslandsbasis „Korfu-Diving“. Zuvor musste allerdings das gesamte Tauchequipment über einen Strandweg mit steilen Treppen zur Basis transportiert werden. Hierbei wurde direkt die Tauchsporttauglichkeit aller Grottentaucher getestet. Nach Einteilung der drei Tauchgruppen und Bestimmung der internen Gruppenführer folgte ein ausgiebiges Briefing zum ersten Tauchplatz, dem „Klosterfelsen“. Anschließend ging es zu den Booten und ein Team verschwand mit viel PS. Die anderen beiden Teams fuhren mit einem betagten Motorholz-Segler hinterher.

Tauchgang eins des Seminars diente allen Teilnehmern zur Eingewöhnung und sollte uns an schmale Durchgänge und Dunkelheit gewöhnen. Hierbei konnte jeder Taucher in sich hinein fühlen und sich selbst besser einschätzen lernen. Nach ca. 60 aufregenden und spannenden Minuten kehrten wir dann auf die Schiffe zurück.

Nach der Mittagspause folgte Tauchgang zwei. Hierbei wurde die Grotte „Himmelloch“ angefahren und erkundet. Alle Teams kehrten gut gelaunt und voller Tatendrang zurück zu ihren Booten. Nach Ankunft in der Tauchbasis und Verstauen des Equipments wurde ein ausführliches Re-Briefing durchgeführt und die Tauchplätze, sowie Gruppeneinteilungen für den nächsten Tag besprochen. Im Anschluss ließen wir uns das langersehnte und leckere Abendessen im Apollon-Restaurant schmecken. Die Eindrücke des Tages wurden hierbei in geselliger Runde ausgetauscht.

 
 
 
 

17.06.2019 – Die weiße Klappspaten-Soldatin

Heute starteten wir nach dem Frühstück um 9:30 Uhr zum „Odysseus-Fels“ bzw. zur „Max-Hahn-Grotte“, wo man zum Andenken an den Sportskollegen Max Hahn eine Gedenktafel aufgestellt hat. Auf 40 Meter befindet sich der Eingang zur Grotte – dort eingetaucht verschwindet man im Dunkel und taucht auf ca. 30 Meter durch einen schmalen, langen Schlitz wieder heraus. Für alle Taucher ist es ein Erlebnis den eindringenden Sonnenstrahlen entgegen zu tauchen.

Im Anschluss ging es dann durch schmale Schluchten weiter und die Grottentaucher konnten die Unterwasserwelt entspannt genießen. Neben einem kleinen Fotoshooting wurde dieses durch einen Barrakuda-Schwarm untermalt. Nach dem Auftauchen fuhren wir wieder zurück zur Basis und zum wohlverdienten Mittagslunch.

Gegen 15:00 Uhr brachen wir zur „Sonntagshöhle“ auf. Dieser Tauchgang sollte zu einem kleinen Abenteuer werden. Begrüßt wurden die Taucher durch eine riesige Felsöffnung, welche sich nach hinten immer weiter verjüngte. Das Highlight des Tauchgangs waren zwei „Spiegel“ unter welchen aufgetaucht werden konnte und nach dem Abschalten aller Leuchtmittel eine völlige Dunkelheit und Stille herrschte. Allen Mittauchern war sofort bewusst, dass wenn hier die Leuchtmittel versagen, der Weg nach draußen nicht mehr ohne weiteres möglich sein wird. Ein absolut unvergesslich, aber dennoch positives Erlebnis für alle Beteiligten. Auf dem Rückweg aus der Höhle folgte dann am Höhleneingang eine Rettungsübung. Per „Huckepack“ wurde ein vermeintlicher Taucher ohne Luft aus der Höhle transportiert. Hierbei kam die vom VDST empfohlene Schlauchlänge von 150/210 cm für den Hauptregler zum Einsatz.

Gegen 17:30 Uhr kehrten die bereits erprobten Grottentaucher zurück. Der Tauchtag endete mit einem Debriefing und der Vorbereitung für den nächsten Tag. Die Abendstunden nutzten wir für einen geselligen Austausch und gemütliches Miteinander.

Nachtrag: Einigen Tauchern bzw. Taucherinnen war die Wartezeit in der Schlange vor dem Eingang zur „Max-Hahn-Grotte“ zu lang. So wurden kurzerhand weiße Scubapro-Flossen in Spaten umfunktioniert um die Warteschlange zu untertauchen. Diese Aktion sollte den restlichen Tauchgang dominieren und die „Weiße Klappspaten-Soldatin“ war geboren!

 
 

18.06.2019 – „Huldigung der Wespengöttin“

Der Tag beginnt mit einem gemütlichen und entspannten Frühstück. Ohh oder doch nicht… Die Anzahl unserer geselligen Tischgäste, auch Wespen genannt, haben sich locker verdreifacht. Kurzer Hand wurde ein „Opferschinken“ vom Frühstücksbuffet organisiert um die Wespengöttin milde zu stimmen. Einer der Tauchkollegen nahm die Huldigung der Göttin etwas zu wörtlich und schmiss sich vorwärts beim Besteigen der Treppe zum Restaurant auf die Stufen. Der Anblick erinnerte an ein Opferritual der Maya. Zum Glück blieb der Tauchkollege dabei unverletzt!

Geschafft – Ohne Wespenstiche konnten wir anschließend an der Tauchbasis mit den Vorbereitungen für Tauchgang 5 beginnen. Mit dem betagten Holzboot und dem dynamischen Speedboot fuhren wir zur „Dukatenhöhle“. Wer gehofft hat hier einen alten Piratenschatz zu finden wurde enttäuscht!
Es eröffnete sich eine wunderschöne Höhle mit weiten Spalten zum offenen Meer. Schon alleine das Höhlen-/Grottentor versprach eine Reise in das Innere der Erde bzw. der Unterwasserwelt. Garnelenschwärme flüchteten vor dem Licht der Unterwasserlampen und boten den Grottentauchern ein wundervolles Naturerlebnis. Nach dem Verlassen der „Dukatenhöhle“ ging es dann zurück zur Tauchbasis und in die wohlverdiente Mittagspause.

Um 14:30 Uhr brachen die unermüdlichen Taucher des VDST endlich auf zum Tauchplatz „Super-Blue-Eye“ und „Blue-Eye“. Über einen weit geöffneten Eingang verjüngte sich der Durchgang und führte zu einem schmalen Spalt, der uns zum „Blue-Eye“ führte. Der Ausblick ins Blauwasser von hier war und ist ein unglaubliches Erlebnis und hinterließ bei allen Tauchern einen bleibenden Eindruck. Wenn die letzten Tage schon ereignisreich und mit vielen Eindrücken geprägt waren, so wurden diese durch den heutigen Tag übertroffen.

Nach der Rückkehr in die Tauchbasis „Korfu-Diving“ besprachen wir im Debriefing noch einmal die Eindrücke des heutigen Tages. Im Anschluss wurden für den morgigen Tag dann die TOP 2 Tauchplätze der vergangenen Tage gewählt und als morgige Tauchziele bestimmt.

 


19.06.2019 – Qual der Wahl

Das allmorgendliche Opferritual zeigt langsam Wirkung. Die Wespengöttin ist milde gestimmt und das Frühstück verging ohne größere Wespenplage. Wir hatten allerdings trotzdem einige Ausfälle zu beklagen.

Der erste am Vortag einstimmig gewählte Tauchplatz des Tages war der „Odysseusfelsen“. Nach einem kurzen informativen Briefing auf dem Boot, begleitet von einer kleinen Delphinschule (der Delfinflüsterin mit den weißen Flossen sei Dank!) ging es dann für die Gruppen ins Wasser und dieses Mal haben auch alle Teilnehmer ihren inneren Schweinehund überwunden und den Durchgang am Ende der Höhle erfolgreich gemeistert! Gratulation! Zur Belohnung war tatsächlich auch der schon beim ersten Briefing angekündigte Barrakudaschwarm zur Stelle und verschönerte uns das Austauchen zusätzlich.

Nach der wohlverdienten Mittagspause sollte es dann für alle zum demokratisch bestimmten Tauchplatz „Dukatenhöhle“ gehen und aber nur die Gruppe auf dem Schlauchboot fuhr dort auch tatsächlich hin. Die Route des Holzbootes wurde auf Wunsch von 6 (4+2) besonderen Sternen auf „Blue-Eye“ und „Super-Blue-Eye“ geändert. Am Eingang zum „Blue-Eye“ empfing uns ein kleiner Zitterrochen, der respektvoll verewigt wurde. Dieses Mal betauchten wir Höhle in geänderter Tauchrichtung von oben nach unten, also aus Richtung „Super-Blue-Eye“... und wieder zurück. Faszinierend, wenn man so eine Höhle auch mal in umgekehrter Richtung durchtaucht. Man glaubt kurzfristig einen neuen Tauchplatz vorzufinden.
Beim nachfolgenden „Langustenfelsen“ wurden wir leider wieder enttäuscht; vermutlich hatten es die Langusten vorgezogen, sich bei gerade einmal 16 Grad Wassertemperatur ein wärmeres Plätzchen zu suchen. Einige von uns hätten es ihnen sehr gerne gleichgetan. Nach Ablenkung von der Kälte suchend, wurde der Tauchplatz von einer kleinen 3er Gruppe kartographiert und die tiefste Stelle bei 39,8 m ausgemacht. Unser 3-minütiges Glück beim Sicherheitsstopp bei 22 Grad war kaum in Worte zu fassen.

Nach der Rückkehr zur Basis besprachen wir in kleiner Runde den Plan für den letzten Tag: nach einem reinen Schnorcheltrip am Vormittag wird es für die meisten am Nachmittag noch zu einem zusätzlichen Tauchgang zu einem noch unbekannten Tauchplatz gehen. Wir sind gespannt und voller  Vorfreude!

 

 

20.06.2019 – Der krönende Abschluss!

8:00 Uhr, Frühstück: Die Gruppe ist wieder vollständig angetreten, was man von den Wespen an diesem Morgen glücklicherweise nicht behaupten konnte.

9:30 Uhr, Tauchbasis: Auch hier alles wie immer, die Gruppe vollständig angetreten, das Tauchequipment zusammengerödelt... ach nein, stopp, da war ja was! Heute stand ja der Schnorcheltauchgang auf dem Plan. Also ABC eingepackt und los geht die, je nach Boot, gemütliche bzw. wilde Fahrt zur „Neptungrotte“. Die dabei angekündigten zu durchtauchenden „Apnoestrecken“ erwiesen sich dann zum Glück für Einige doch nur als seichte, kurze Engpässe.
Die weißen, roten und blauen Tauchlampen tauchten die Grotte und die darin befindlichen Gesteinsformationen in ein mystisches Licht und erfreuten vor allem die kameratragenden Taucher. Aus lauter Dankbarkeit wurde dem griechischen Grottengott auch gleich ein Rollschnorchel geopfert... Warum genau einer der Organisatoren diesen dann am Ende des Trips im Mund hatte, werden wir wohl nie erfahren!

Da wir ja vom Tauchen nicht genug bekommen können, war für die meisten von uns natürlich auch klar, dass wir auch nach dem offiziellen Ende des Kurses noch einen zusätzlichen Tauchgang anschließen würden. So führte uns Dimitri, der Chef von Korfu-Diving, höchstpersönlich zu einem seiner Lieblingsspots in unmittelbarer Sichtweite zur Basis, direkt unterhalb der „Engelsfestung“. Bekanntermaßen sind die Griechen ja eher gemütlich und so versetzte uns die Aussage von Dimitri „wir machen das alles gaaanz gemütlich, gaaanz langsam“ anfangs etwas ins Grübeln. Bei maximal 17 Grad tut ein wenig Bewegung ja doch mal ganz gut. Aber wie so oft sollte man ja die Dinge auch erst mal auf sich zukommen lassen und so bekamen unsere beiden kleinen Tauchgruppen am Ende dann doch eher eine Demonstration zum Thema SPORTtauchen. „Langsamkeit“ hat eben doch viele Facetten.

19:55, Abfahrt zum gemeinsamen Abendessen: Nachdem einige der Kursorganisatoren von den Basisverantwortlichen inzwischen eingesammelt und zum Restaurant transportiert wurden, fand sich nun auch endlich der Shuttle für die Kursteilnehmer und den Rest der Organisationseinheit ein. Zum Glück haben Taucher in der Regel ja keine Berührungsängste und so passten auch problemlos 15 Mitfahrer in einen Bus für 11.  Der Weg führte uns in eine kleine Taverne in ein malerisches Bergdorf, in dem wir in mehreren Gängen landestypische Speisen und Getränke genießen durften. Die Ausgabe der Urkunden, Brevets und Abnahmeberechtigungen durch den Seminarleiter Paul Mai krönten den Abend. Essen, Stimmung, Gruppe: Perfekt!