Blog zu den CMAS Freediving Indoor World Championships 2026

Blog zu den CMAS Freediving Indoor World Championships 2026

Ab dem 9. Juni 2026 finden die CMAS Freediving Indoor Wold Championships 2026 in Novi Sad (Serbien) statt.

Wer die Leistungen des deutschen Teams verfolgen möchte, kann die Weltmeisterschaft während der gesamten Wettkampfwoche über die Kanäle des VDST begleiten. Auf den Social-Media-Kanälen werden zusätzlich zu diesem Blog regelmäßig Eindrücke aus Novi Sad, Ergebnisse, Hintergrundinformationen und Einblicke hinter die Kulissen veröffentlicht.

Livestream: CMAS TV
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Tagesaktuelle Berichte

Manche Reisen beginnen mit einem Plan. Diese begann mit Hinkelsteinen.

So nennen wir die sorgfältig verpackten Monoflossen, die uns auf Wettkämpfen begleiten – sperrig, schwer, unverzichtbar. Wer sie einmal über einen Flughafen balanciert hat, versteht den Namen ohne weitere Erklärung.

Um 08:00 Uhr haben wir uns heute Morgen am Frankfurter Flughafen getroffen, ein Teil des Teams. Wir sind eine bunt gemischte Truppe – vom jüngsten Nachwuchs bis zu den langjährigen Aktiven, jeder mit seiner eigenen Geschichte, wie er ins Wasser gefunden hat. Was uns verbindet, ist nicht das Alter, sondern dieselbe Leidenschaft. Dank eines ausgesprochen freundlichen Mitarbeiters konnten wir unsere Hinkelsteine ohne Umstände aufgeben – entsprechend entspannt standen wir am Gate. Bis dahin: ein guter Tag.

Am Flieger verließ uns dann das Glück. Rund fünfzig Minuten Verspätung hatten wir bereits, als die erste Durchsage des Kapitäns kam – und sie war alles andere als erfreulich: Die Crew wisse nicht, wo unser Gepäck sei. Zwischendurch war das Flugzeug gewechselt worden, und mit dem Wechsel war offenbar auch die Übersicht abhandengekommen.

Ein paar Minuten Stille, in denen wir als Trainerteam kurz durchrechnen, was eine Woche Wettkampf ohne Monoflossen bedeuten würde. Dann die Entwarnung: Das Gepäck sämtlicher Passagiere war auf dem Weg.

Was uns in Erinnerung bleibt, ist nicht die Verspätung, sondern das Verhalten der Crew. Trotz des ganzen Durcheinanders hatten die Kollegen weiterhin ein Lächeln im Gesicht – und überraschten unser Geburtstagskind Emil mit einem kleinen Plüschflugzeug. An dieser Stelle ein großes Lob an die Lufthansa. Nein, keine bezahlte Werbung.

Mit reichlich Verspätung sind wir schließlich in Belgrad gelandet. Zwölf Menschen, sehr viel Gepäck, zwei Mercedes-Achtsitzer. Wie sich Sardinen in der Büchse fühlen, können wir nun aus erster Hand berichten – wir sagen nur: Hinkelsteine.

Im Hotel lief der Check-in reibungslos. Ein neues Orga-Team seitens der CMAS, ein sehr gutes Abendessen, und danach hat sich die Mannschaft in die Zimmer verabschiedet. Für einige von uns hatte der Tag schon um 04:00 Uhr begonnen – das war uns anzumerken.

Was steht morgen an?

Ab 10:00 Uhr beginnt unsere offizielle Trainingszeit. Sobald wir den offiziellen Livestream-Link haben, teilen wir ihn mit euch.

Stay tuned.

Der erste richtige Tag begann so ruhig, wie der gestrige chaotisch geendet hatte. Gut geschlafen, ein Sonnenaufgang über Novi Sad, und ab 07:00 Uhr ein Frühstück, das niemand eilig hinunterschlang. Manchmal ist genau das der Luxus: ankommen, durchatmen, da sein.

Dann dorthin, wo unser Sport zu Hause ist – in die Schwimmhalle. Zum ersten Mal mit dem Dive Eye, der Unterwasserkamera, die jeden Tauchgang begleitet und ihn für Kampfgericht und Livestream sichtbar macht. Was sonst still und verborgen unter der Oberfläche passiert, bekommt hier ein Bild.

Trainiert haben heute alle: Blei-Check, Wenden, Starts – die kleinen technischen Dinge, die im Wettkampf über Zentimeter und Sekunden entscheiden. Und natürlich Statik, das stille Herzstück unserer Disziplin, bei dem nach außen scheinbar nichts geschieht und innen alles. Dazwischen wurde wieder sehr gut für uns gesorgt – kulinarisch haben wir hier nichts zu beklagen.

Am Abend dann der große Rahmen: die offizielle Eröffnungszeremonie. 36 Nationen, Aktive aus aller Welt – im Wasser Konkurrenten, an Land eine erstaunlich herzliche Gemeinschaft. Es ist jedes Mal dieser Moment, in dem man begreift, wie groß und zugleich wie nah dieser Sport ist: unterschiedlichste Menschen, Sprachen und Wege, ein gemeinsamer Atem.

Für unser Team trugen Svenja, Celina und Uwe die Fahne voran. Es folgten Ansprachen des Bürgermeisters und des CMAS-Präsidenten, und zum Abschluss ein klassischer Folklore-Tanz, der uns Serbien für einen Moment ein Stück nähergebracht hat.

Was steht morgen an?

Der Wettkampf rückt näher, und mit ihm die ersten ernsten Tauchgänge. Sobald wir den offiziellen Livestream-Link haben, teilen wir ihn mit euch.

Stay tuned.

Heute wurde es ernst. Nach Anreise, Training und Eröffnung stand der erste Wettkampftag an – der Moment, auf den alles hinarbeitet.

Auf dem Programm: DNF (Dynamic No Fins – Strecke tauchen ganz ohne Flossen, allein mit Armzug und Beinschlag) und 8×50m Speed – achtmal fünfzig Meter, so schnell wie möglich. Apnoe trifft auf Tempo, ein Format, das Kondition und Nerven gleichermaßen fordert. Beides wurde live übertragen.

Das Team war komplett – und das Schönste an diesem Tag war nicht eine einzelne Zeit, sondern die gegenseitige Unterstützung. Auch wer heute gar nicht selbst an den Start ging, stand am Beckenrand, feuerte an und packte mit an. Die Stimmung in der Halle und am Wasser: hervorragend.

Ein Wort zu den Menschen, die so einen Tag erst möglich machen. Unser Physiotherapeut Mathias war reichlich gefragt, und die Safety-Taucher, die Judges und die vielen Helfer haben großartige Arbeit geleistet. Freitauchen ist ein stiller Sport – aber er lebt von einem ganzen Netz an Händen drumherum.

Und dann die Ergebnisse, ein Tag zum Feiern:

  • Uwe Kiehl – Bronze, DNF (M3)
  • Edmund Uwe – Bronze, DNF (M2)
  • Alwin Müller – Bronze, 8×50m (Junior)
  • Elisa Hölzer – Silber, 8×50m (Junior)

Ein langer Tag. Abendessen, und dann fix ins Bett – Kraft tanken für morgen.

Was steht morgen an?

Auf der Agenda stehen DYN Bifins und 2×50m.

Stay tuned.

Die Sonne strahlt über Novi Sad – und für unsere Senior-Damen begann der Tag früh: 06:15 Uhr Frühstück, 07:00 Uhr Bus. Wer im Wasser ruhig sein will, muss an Land manchmal zeitig aufstehen.

Die erste Tageshälfte gehörte der Disziplin DYN Bifins – Strecke tauchen mit Bi-Flossen. Am späten Nachmittag dann die 2×50m. Ein kleiner Insider am Rande: Wer es kann, taucht die zwei mal fünfzig Meter einfach durch – ohne zwischendurch Luft zu holen. Für Außenstehende kaum vorstellbar, im Wasser eine Frage von Technik, Ruhe und Vertrauen.

Und auch heute durfte sich das Deutsche Team freuen – über gleich drei Medaillen:

  • Cathrin Schröder – Gold, DYN Bifins (M2)
  • Hannelore Becker – Gold, DYN Bifins (M3) – Europäischer Kontinentalrekord
  • Edmund Uwe – Bronze, 2×50m

Besonders schön: der Kontinentalrekord von Hannelore. Es ist genau diese Spannweite, die unseren Sport ausmacht – von den Jüngsten bis zu den erfahrensten Aktiven, die hier zeigen, dass Bestleistungen kein Alter kennen.

Dazu ein Detail, das uns als Trainerteam fast noch mehr freut als das Edelmetall: nur weiße Karten. Eine weiße Karte steht für einen sauberen, regelkonformen Tauchgang ohne Strafpunkte – und dass heute das gesamte Team sauber durchkam, ist ein Tag für sich. Hinzu kamen mehrere neue nationale Rekorde, in Metern wie in Zeiten.

Nach einem leckeren Abendessen folgte die allabendliche Teambesprechung. Danach sind alle erschöpft, aber zufrieden ins Bett gefallen.

Was steht morgen an?

Der Samstag wird entspannt und spannend zugleich: Statik – das bewegungslose Luftanhalten – und 4×50m. Den Livestream-Link teilen wir wieder mit euch.

Stay tuned.

Der dritte Wettkampftag – und insgeheim hätten wir uns einen Pausetag gewünscht. Den gab es nicht, es ging direkt weiter. Vielleicht auch gut so.

Auf dem Programm: Statik. Bewegungsloses Luftanhalten, das Gesicht im Wasser, die Zeit läuft. Für Außenstehende klingt das erst einmal langweilig – ist es aber ganz und gar nicht. Hinter den scheinbar reglosen Minuten steckt enorme mentale Arbeit, und davor jede Menge Logistik: Coaching, Aufwärmen, Timing. Das ganze Team arbeitet daran, jeden einzelnen Aktiven im richtigen Moment optimal vorbereitet ins Wasser zu bringen.

Und der Plan ging auf. Erneut nur weiße Karten, dazu diverse Medaillen, mehrere Rekorde – und ein neuer Weltrekord Overall. Gleich dreimal war an diesem Tag die deutsche Nationalhymne zu hören.

Ein Moment, der uns besonders berührt hat: Das gesamte Team gratuliert von Herzen Heike Schwerdtner – auch „Queen of Statik“ genannt – zu ihrem neuen Weltrekord Overall. Es ist bereits ihr zweiter innerhalb von zehn Tagen.

Hier alle Ergebnisse im Überblick:

Statik

  • Heike Schwerdtner – Gold & Weltrekord Overall – 9:38
  • Axel Haase – Gold (M3) & neuer Nationalrekord – 5:45
  • Cathrin Schröder – Gold (M2) – 5:07
  • Hannelore Becker – Gold (M3) – 3:30

4×50m

  • Elisa Hölzer – Bronze & Deutscher Jugendrekord
  • Alwin Müller – Silber

Auch unsere Speed-Athleten waren also flott unterwegs – von den Jüngsten bis zu den erfahrensten Aktiven ein Tag, der die ganze Bandbreite unseres Teams gezeigt hat.

Bei aller Freude gehört zur Ehrlichkeit auch: Nicht für jeden ging die persönliche Erwartung heute auf. Das gehört zum Wettkampf dazu. Entscheidend ist, was wir daraus machen – und das gesamte Team ist entschlossen, die Erkenntnisse dieses Tages in das künftige Training und kommende Wettkämpfe einfließen zu lassen.

Was steht morgen an?

Morgen ist der letzte Tag: Dynamik – Flossentauchen mit Monoflosse oder Bifins. Am Abend dann die Abschlussfeier, bei der wir sicher gemeinsam feiern und die ein oder andere Runde ausgelassen tanzen werden.

Stay tuned.

Der letzte Tag der Weltmeisterschaft. Für einen Teil des Teams – unsere Damen – begann er sehr früh.

Auf dem Programm stand Dynamik: Strecke tauchen, größtenteils mit der Monoflosse, vereinzelt auch mit Bifins. Insgesamt zehn Starts in den Senior- und Master-Kategorien. Und auch wenn unsere Speed-Athleten heute frei hatten, standen sie am Beckenrand, unterstützten und feuerten an – so, wie es die ganze Woche über war.

Das Training hat sich ausgezahlt. Erneut gab es diverse Medaillen, Nationalrekorde und persönliche Bestleistungen:

  • Cathrin Schröder – Silber (M2) – 135,5m
  • Uwe Kiehl – Bronze (M3) – 133m – Nationalrekord
  • Hannelore Becker – Gold (M3) – 87,5m
  • Edmund Uwe – Silber (M2) – 167m – Nationalrekord
  • Josefine Fischer – Senior – 237m – Nationalrekord

Ein Wort zu Josi: Vor dem Wettkampf hatte sie sich „einen technisch schönen Tauchgang mit einem entspannten Wassergefühl“ gewünscht, um erfüllt aus dem Wasser zu steigen. Mit einem neuen Nationalrekord über 237m hat sie genau das eingelöst – schöner kann man einen Wunsch kaum erfüllen.

Den Nachmittag haben unsere Ladies genutzt, um Novi Sad zu erkunden – und sich zur Belohnung ein Eis gegönnt. Auf dem Programm stand außerdem ein Meeting mit der neuen CMAS-Präsidentin Anna Arzhanova sowie mit Ekaterina Senichkina, Director der CMAS Freediving Commission.

Pünktlich zur Siegerehrung war die gesamte Mannschaft versammelt: Medaillenzeremonie und Fotosession. Auch der Austausch mit den Teams anderer Nationen kam nicht zu kurz. Ein Moment, der besonders in Erinnerung bleibt: Unsere Jugend-Athleten durften ihre Unterschriften auf der Flagge von Venezuela hinterlassen. Es sind diese kleinen Gesten, die zeigen, dass dieser Sport über alle Grenzen und Sprachen hinweg verbindet.

Ein langer Tag in der Halle – das Mittagessen ist ausgefallen, der Hunger am Abend dafür umso größer. Und dann ein würdiger Abschluss auf der offiziellen WM-Feier: lockeres Beisammensein, ein Prost, und getanzt wurde auch. Mit dem letzten Bus ging es zurück ins Hotel – glücklich kaputt ins Bett.

Und jetzt?

Morgen geht es zurück nach Deutschland. Im Gepäck: Medaillen, Rekorde, neue Bestleistungen – und vor allem die Erfahrung einer Woche, in der dieses Team als Team aufgetreten ist, vom jüngsten Nachwuchs bis zu den erfahrensten Aktiven. Danke an alle zu Hause, die mit uns mitgefiebert haben. Ihr wart die ganze Zeit dabei.

Time to say goodbye, Novi Sad.

Eine Woche Sonne und sommerliche Temperaturen liegen hinter uns. Ausgerechnet heute, am Tag der Abreise, macht es uns das Wetter nicht schwer: Regenschauer, grauer Himmel. Manchmal hat das Timing einen trockenen Humor.

Den Vormittag hat jeder individuell genutzt. Nach einem ausgelassenen Abschlussabend war Ausschlafen erlaubt, dazu ein gemütliches Frühstück – und für einige sogar noch ein letzter Besuch im Gym, mit Blick über Novi Sad. Der Großteil der Teams flog nach Frankfurt, einzelne auch nach Berlin und München.

Für das Betreuerteam stand am Vormittag noch ein Meeting an: Resortleitung, Bundestrainer und Bundesnachwuchstrainerin haben gemeinsam zurückgeschaut – auf den Wettkampf, die Teamdynamik, die erbrachten Leistungen – und nach vorn auf Ideen für die nächste Weltmeisterschaft.

Um 12 Uhr dann der Checkout, und davor eine gemeinsame Runde aller Aktiven, um die Woche noch einmal Revue passieren zu lassen. Anschließend hieß es: Flossen verpacken, Gepäck umsortieren. Die Hinkelsteine traten ihre Heimreise an.

Ein wichtiger Moment war die Verabschiedung von Bozana Ostojic, der Direktorin der serbischen Unterwasser-Federation und diesjährigen Gastgeberin. Wir möchten uns von Herzen für die Ausrichtung und das große Engagement für den Apnoe-Wettkampfsport bedanken – eine Woche wie diese trägt viele Hände.

Einen kleinen Schreck gab es noch, als der Transfer wegen Wetter und Verkehr später kam als geplant. Am Ende waren aber alle rechtzeitig am Gate, und der Flieger ist pünktlich um 16:55 Uhr gestartet. Gelandet, und – anders als auf dem Hinweg – waren diesmal von Anfang an alle Gepäckstücke da. Es folgten herzliche Umarmungen und Verabschiedungen.

Fazit

Das Team Germany kehrt glücklich nach Deutschland zurück, voller Eindrücke und wunderbarer Erinnerungen. Schon heute freuen wir uns auf ein Wiedersehen – im Wasser oder außerhalb. Denn nach der WM ist vor dem nächsten Training und Wettkampf.

Time to say goodbye, Novi Sad. Und danke – für alles.