TL1-Praxisausbildung und -prüfung (Kas, Türkei)

Blog zur TL1-Praxisausbildung und -prüfung (Kas, Türkei)

Vom 04. – 13. September 2026 findet die TL1-Prüfung des TLN in Kas statt. Das VDST-Dive Center Kas wird unser Gastgeber sein.  Uns erwarten optimale Bedingungen und gut vorbereitete Teilnehmer.

Hier schildern sie ihre täglichen Erlebnisse vor, während und nach den Tauchgängen.

Samstag, 05.09.2026

Tag 1 Fitnesstest und Gewöhnungstauchgang

Kas weckte uns mit bestem Wetter und dem Geruch von Kaffee. Das Frühstücksbuffet sah sehr lecker aus, es war aber nicht bei allem zu erkennen, ob man ein Stück süßen Kuchen oder eher würziges Brot mit Oliven drin bekommt. Nach dem Frühstück ging es gestärkt und voller Aufregung zum Boot.

Zunächst gab es ein ausführliches und dennoch kurzweiliges Bootsbriefing von Levent. Am Tauchplatz angekommen ging es nicht in die Geräte, sondern zur Abkühlung erstmal 1000m schwimmen. Alle Teilnehmer meisterten diese Übung mit Bravour und wurden von den TL3 Assistentinnen zur Motivation und Absicherung begleitet. Weiter ging es mit den Apnoeübungen: an zwei Stationen konnten alle ihre Fähigkeiten im Strecken- und Tieftauchen unter Beweis stellen. Nun war der Vormittag schon vorbei und an Bord gab es eine leckere Stärkung. Im Anschluss wurde der Ankerplatz noch gewechselt und die TL3 Assistentinnen haben die Aufgaben TLvD und Kurzreferat vorgestellt, indem sie diese für den geplanten Tauchgang durchgeführt haben. Geplant war der Gewöhnungstauchgang, indem unter anderem natürlich ein Bleicheck, der Test des Wasser-Nase-Reflexes und Atmen aus dem Atemregler des Buddys durchgeführt werden sollte. Diese wurden entsprechend angesagt und vorgestellt, bevor es in die Gruppenbriefings ging. Noch mit ganz viel anfänglicher Nervosität ausgestattet durften die zukünftigen Tauchlehrer ihre ersten Briefings dieser Prüfung durchführen. Nach dem Sprung ins kühle Nass wurden die Checks an der Oberfläche absolviert, Bleimengen angepasst und der Kopf für den ersten Tauchgang unter Wasser gesteckt. Bei guter Sicht führte die Topografie entlang eines kleinen Riffs mit minimaler Strömung auf dem Riffdach. Bei relativ wenig Fisch wurde sich über die anwesenden Organismen besonders gefreut: ein kleiner Kugelfisch, ein kleiner Zackenbarsch, ein Feuerfisch, Feuerwürmer und ganz besonders ein Schwamm. Auf dem Rückweg zum Hafen wurden die Geräte versorgt und dann mit den ersten Debriefings begonnen und bei einem kalten oder warmen Getränk in der Hausbar abgeschlossen. Zurück am Hotel wurde der Pool noch genutzt und dann haben alle gemeinsam beim gemütlichen Abendessen den Tag Revue passieren lassen. Noch konnten auch alle sitzen.

Sonntag, 06.09.2026

Tag 2 Tauchen am Wrack und „Belgischer Kreisel“

Der zweite Tag begann pünktlich um 8 Uhr am Frühstücksbuffet des Belinda Hotel, und wie immer waren alle wach, munter und vor allem hungrig. Um 8:45 Uhr ging es dann geschlossen Richtung Tauchboot, wo uns TLvD Niclas um 9 Uhr in den Tag einwies. Zuvor gab es noch Feedback von Wotti zum Vortag. Boje setzen: alle setzen die Boje, der Gruppenführer als Letzter und alle in Sternformation – so hat der Gruppenführer wirklich jeden im Blick. Merke: Sterne sind nicht nur was für den Nachthimmel!

Nach der Überfahrt startete der erste Tauchgang direkt mit einem Highlight: der Canyon, und darin ein griechischer Wollfrachter von 1910 auf maximal 40 Metern. Die Ausbilder führten uns zunächst zum Wrack, danach lag es an uns, es weiter zu erkunden und den Tauchgang erlebnisreich zu gestalten. Beim vorher gemeinsam berechneten Umkehrdruck von 120 bar ging es dann gemächlich zurück – und wie von Wotti angesagt, wurde am Ende natürlich in Sternformation die Boje gesetzt.

Für die zweite Tageshälfte übernahm Saskia als TLvD – und machte ihre Sache dabei natürlich genauso gut.

Vor dem Debriefing gab es Mittagessen, lecker wie immer, wobei sich die Runde einig war: ein bisschen mehr Hühnchen hätte es schon sein dürfen. Anschließend hielt Doc Jan ein Referat zum Boje setzen – mit deutlichem Hinweis, die Boje nicht mit dem Mund aufzublasen. Die kurze Überfahrt zum zweiten Tauchplatz Heybeli Ada war so kurz, dass wir dort ankamen, bevor Jan mit seinem Vortrag überhaupt fertig war.

Im „Belgischen Kreisel“ über sandigem Grund folgte eine freudige Fuchsjagd, mit gelegentlichem Ausschauhalten nach dem Seepferdchen – das leider niemand zu Gesicht bekam. Als Trostpreis gab es dafür eins auf Saskias Beintasche. Außerdem wurden diverse Amphorenteile begutachtet. Beim abschließenden Debriefing wiesen uns die Ausbilder freundlich, aber bestimmt darauf hin, dass Briefings durchaus kürzer ausfallen dürfen als der Tauchgang selbst. Ab morgen geloben wir Besserung!

Zurück im Hotel hatte dank Saskias Erinnerung niemand Maske und Schnorchel vergessen, sodass alle erfolgreich vor dem Abendessen noch schnell die statische 60-Sekunden-Apnoe absolvierten – natürlich in hervorragender Partnersicherung – und unter den wachsamen Augen unserer Ausbilder und des Hotelhundes.

Alex & Patrick

Montag, 07.09.2026

Tag 3 Dekompressionspflichtiger Tieftauchgang und Rettung eines Tauchenden

Sachliches Protokoll

Am Dienstag den 07.09.2026 sind wir morgens aufgebrochen, um in der ersten Tagesübung einen Tieftauchgang an einer Fundstätte von historischen Amphoren in allen Größen und historischen Steinankern aus der Zeit als die Lykier hier ihren Handel betrieben zu tauchen, den Tauchgang zu planen, also eine komplette Umkehrdruckberechnung durchzuführen und den Plan zu tauchen. Der Name des Platzes ist Besmi Ada oder auch Assi Island. Der TLvD, Janos, hat die Teilnehmenden an Bord begrüßt, die Listen ausgefüllt und die Vorbereitungen überwacht, so dass der heutige Tagesablauf etwas optimiert werden konnte. Beim Referat hat Alex insbesondere auf einige Besonderheiten beim Tieftauchen hingewiesen, etwa darauf, dass wir die Zeichen für Deko-Stufen genau abstimmen. Nachdem Levent sein Handtuchbriefing für den Tauchplatz fertig gestellt hat, sind die Gruppen nacheinander aufgebrochen. Wichtigste Erkenntnis auch hier aus verschiedenen Situationen: Struktur des Briefings, befolgen des Plans für den Weg und konsequente Kommunikation mit eindeutigen Zeichen sind wichtig.

Nach dem Mittagessen wurde der zweite Tauchplatz, Fener Kulesi angefahren. Ein Tauchplatz mit einem Flugzeugwrack (Douglas C-47), dass in der deutschen Nachkriegszeit eines der wichtigsten, logistischen Aufgaben in der Versorgung um „West-Berlin“ übernahm. Die zweite Tagesübung beinhaltete neben der Rettung eines handlungsunfähigen Tauchers vom Grund bis an die Oberfläche und den Transport zum Boot auch der Besuch dieses historischen Flugzeugwrack war in unserem Tauchgang inkludiert. Der Rosinenbomber wurde hier extra für Taucher versenkt. Nachdem die Listen für den bevorstehenden Tauchgang gefüllt waren, hat der TLvD des Nachmittags, Torsten, die Übung kurz vorgestellt. Levent hat sein Flugzeugmodell herausgeholt und in der üblichen Handtuchmethode das Gelände beschrieben und auf Besonderheiten hingewiesen. Das Referat hielt Patrick. Das Thema war die Rettung eines Tauchers vom Grund an die Oberfläche und das Verbringen zum Boot. Der Tauchgang brachte am Ende neue Erkenntnisse über die Anzahl der Übungen, die in den Ablauf eingebaut werden

Dienstag, 08.09.2026

Tag 4 Tieftauchgang mit Luftmanagement, Tauchfertigkeiten und Rettung eines handlungsunfähigen Tauchenden in Prüfungssituation.

Der Tag begann, wie könnte es anders sein, mit Kaffee und etwas Süßem. Anschließend hieß es wie immer: Treffpunkt 9 Uhr auf dem Boot. Nach einer kurzen Begrüßung durch unseren TLvD Dominic ging es hochmotiviert in Richtung des ersten Tauchplatzes. Während der Anfahrt demonstrierten Niclas an seinen Buddys Jorrit und Patrick anhand der Ausrüstung, wie das Gasmanagement abläuft. Anschließend wurde wieder eifrig, kurz und knackig gebrieft. Levents Tauchplatzbriefing mit Handtüchern durfte natürlich nicht fehlen. Angekommen am Camel Reef stand zunächst der „S-Drill“ auf 39 Metern Tiefe auf dem Programm. Alle Teilnehmer absolvierten diesen mit Bravour. Anschließend wurden noch der Valve Drill (Schließen und Öffnen des Hauptventils) sowie verschiedene Flossentechniken demonstriert.

Das besondere Highlight: Wir bekamen die Aufgabe, etwas in unsere Wetnotes zu schreiben. Für unsere TL1-Anwärter natürlich ein Klacks! Schließlich lässt man sich von ein bisschen Wasser und 39 Metern Tiefe nicht aus der Ruhe bringen.

In Gruppe 3 sorgte unter Wasser außerdem ein Zitat aus Findet Nemo für Schmunzler:

„Einfach schwimmen, einfach schwimmen, einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen!“

Nach dem Tauchgang wurde entspannt und frohen Mutes nachgebrieft. Danach stand der Wechsel vom TLvD Dominic zu Mika an. Mittlerweile sind alle gut eingegroovt.

Saskia erklärte in einem Kurzvortrag noch einmal für alle die Rettungsübung und worauf wir als zukünftige TL1 besonders achten sollten.

Der zweite Tauchgang führte uns zum Small Reef. Dort gab es einiges zu entdecken: Trompetenfische, Zackies und jede Menge Jungfisch sorgten für reichlich Abwechslung.

Auch die Rettungsübung lief bei allen hervorragend. Und obwohl die Teilnehmer offenbar schon nach den Sternen greifen, war ein Raketenstart glücklicherweise nicht dabei.

Zurück am Hotel beschäftigten sich einige Teilnehmer mit einer wichtigen Frage des täglichen Zusammenlebens: Dem aktuellen Duschstatus. Dieser wurde fachmännisch per Geruchsprobe überprüft. Möglicherweise stellt sich bei einigen mittlerweile eine gewisse Geruchsresistenz ein. Fische schwimmen aber noch nicht oben. Das werten wir als gutes Zeichen!

Zurück im Hotel warteten anschließend noch 2 Vorträge von Svenja und Sarah zum Thema Seemannschaft und Gradientenfaktoren auf uns.

Der Abend klang schließlich bei vielen guten Gesprächen im „Mumi Cafe Beach“ aus.

Wir freuen uns auf morgen und sind gespannt, was der nächste Ausbildungstag für uns bereithält!

Mittwoch, 09.09.2026

Tag 5 Sternförmiger Aufstieg im Gruppenrahmen und Orientierung nach natürlichen Gegebenheiten.

Ist das Plankton oder können die tauchen?

Der Tag startete um 8 Uhr mit dem bewährten Kampf um den Kaffeeautomaten, bevor um 9 Uhr unser Tauchschiff, die Abyss, ablegte. Nach der Einweisung durch TLvD Christoph und Marcos Referat zum waagerechten Aufstieg in Sternformation ohne Flossenbenutzung ging es an den Tauchplatz Garnelenhöhle. Dort wurde die Stickstoffresistenz wieder hart geprüft. Für das Luftmanagement und den Aufstieg sollte es aber reichen. Auf dem Weg zu unserer Übung ging es vorher aber noch auf der Tiefenlinie 35-40m in die Garnelenhöhle. Eine Meeresgrotte mit riesigem aber rabenschwarzen Eingang. Die Meeresgrotte geht über in die Garnelenhöhle. Aber dieser Part bleibt uns aufgrund des benötigten Gasgemisches vorenthalten. Vielleicht ein anderes Mal. Dennoch war die Meeresgrotte riesengroß und überwältigend. Die Dunkelheit schluckte einfach so das Licht unserer Unterwasserlampen. Unseren sternförmigen Aufstieg starteten wir vor der Kulisse des Grotteneinganges. Es ging von 40m auf 10m Wassertiefe, vorbei an unseren Luftblasen die wir in der Grotte hinterlassen hatten und die sich durch das Karstgestein ihren Weg an die Wasseroberfläche suchten. Auf diesem Weg machen wir unsere Übung, arbeiteten und Dekompressionsverpflichtungen ab und übten noch ein paar Skills für unsere Tauchfertigkeiten, bevor nach dem Setzen der SMB die Wasseroberfläche wieder erreichten.

Nach kurzer Mittagspause übernahm Jorrit als TLvD für Tauchgang Nr. 9 am Oasis Reef. Tauchgang nach natürlichen Gegebenheiten. Unsere Ausbildende führten uns kreuz und quer durch die Unterwasserlandschaft. Vorbei an einem Barakudaschwarm, einem alten Holzwrack bis hin zu einem unter Wasser liegenden Außenriff, welches als Zeitzeuge ein Menge Amphorenreste aus lykischer Zeit beherbergte. Doch der Versuch der Tauchlehrer, ihre Schüler im Mittelmeer auszusetzen, scheiterte: Dank Janos Referat und guter Orientierung fanden alle sicher zum Boot zurück. Auch die Tauchfertigkeiten standen auf dem Prüfstand; selbst der Helicopter-Turn sorgte für keinerlei Orientierungslosigkeit.

Müde und geschafft kehrten die Stickstoffjunkies in den Hafen zurück. Während sich die einen am Hotelpool abkühlten, genoss der Rest bereits ein kühles Getränk, bevor alle den Tag gemeinsam beim Abendessen im Restaurant ausklingen ließen.

Die nächsten Bundesprüfungen

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Veranstaltung Veranstaltungsort Datum
TL3-Theorievorbereitung 2026 VDST-Bundesgeschäftsstelle
  • 7. November 2026 08:30
Ausgebucht
Apnoe TL1/2/3-Theorieausbildung und -prüfung 2027 Nordhausen
  • 21. Februar 2027 08:00
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TL3-Theorieprüfung 2027 VDST-Bundesgeschäftsstelle
  • 10. April 2027 08:30
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TL2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Hyères, Frankreich) VDST-Dive Center Divin Giens, Frankreich
  • 8. Mai 2027 18:00
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TL2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Gozo, Malta) VDST-Dive Center Nautic Team Gozo, Malta
  • 11. Juni 2027 18:00
Ausgebucht
Apnoe TL1/2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Sveta Marina, Kroatien) VDST-Dive Center Scubacenter Sv. Marina, Kroatien
  • 30. Juli 2027 08:00
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TL2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Rosas, Spanien) VDST-Dive Center Roses Sub, Spanien
  • 3. September 2027 09:00
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TL2/3-Praxisausbildung und -prüfung (Elba, Italien) VDST-Dive Center Aquanautic Elba, Italien
  • 2. Oktober 2027 08:00
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VDST Sidemount TL-Ausbildung und -Prüfung (Kas, Türkei) LV Niedersachsen (TLN)
  • 21. Oktober 2026 07:00
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VDST DOSB Trainerassistent Breitensport (Sporttauchen) VDST Gruppe Nord
  • 19. Februar 2027 18:00
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