TL2/3 Bundesprüfung Fuerteventura

Theos letzte VDST TL2/TL3 Bundes-Prüfung als Bundesausbildungsleiter

Die Anreise

Aus fünf Ecken der Republik (Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München) strömten Tauchlehrer und Prüfer nach Fuerteventura zu einem ganz besonderen Anlass zusammen: Theos finaler TL2/3-Praxisprüfung.

Alle sechzehn Teilnehmer und die Gäste (selbst der Leiter der VDST Geschäftsstelle) erhörten Theos Ruf und waren pünktlich zur Stelle. Sogar Petrus sandte viele kleine nasse Grüße, in Form des ersten Regens seit zehn Monaten.

Der Transfer, der Checkin in der Ferienanlage, das erste Abendessen – einfach alles war ruhig und gediegen. Das Buffet überforderte uns, wir konnten es leider nicht leer essen.

Und mitten in der Nacht genossen wir Dank der Zeitumstellung eine weitere Stunde Erholungs- und Schönheitsschlaf.

Erster Tag, erste Aufgaben:
Streckenschwimmen, atemlos tief Tauchen, Gewöhnungstauchgang

Nach dem reichhaltigen Frühstück checkten wir in der Tauchbasis ein, lauschten Volkers (Basenleiter) Einweisung in die Struktur der Basis und bauten endlich unsere Tauchausrüstungen zusammen. Aber es ging immer noch nicht richtig mit dem Tauchen los, Gott und Theo hatten davor noch das Streckenschwimmen gesetzt. Zwei Bojen wurden ausgedeutet, zwischen denen es hin und her sowie her und hin ging, bis alle wieder an Bord der Boote waren. Dabei entdeckte so mancher noch sein persönliches Verbesserungspotenzial bei der Kondition.

Nach einer kurzen Mittagspause fanden wir uns in vier Gruppen zusammen, die jeweils mit einem Ausbilder (TL3, Theo: „meine Jungs“) den Gewöhnungstauchgang durchführen sollten. Nach dem ausführlichen Briefing und dem Bleicheck ging es aufs Wasser, je zwei Gruppen in einem Schlauchboot.

Aber wieder hatten die Götter einen anderen Ablaufplan: Es ging atemlos nicht durch die Nacht, sondern zehn Meter in die Tiefe, wo sich jeder in das Poesiealbum (wet notes) vom TL3 (in spe) eintragen durfte.

Danach ging es endlich mit Gerät in die Wogen des Atlantiks!

Engelhaie, Zackenbarsche, Seeigel, Muränen und viele bunte Fische freuten sich über uns, wie wir uns über sie. Wie nebenbei atmeten wir beim Partner mit, stiegen ohne technische Hilfsmittel bis auf 5m auf und sanken auf 12m zurück und schossen abschließend eifrig Bojen. Unser Team schaffte es sogar, einen kleinen Knoten aus den Bojenschnüren zu knüpfen und während des Aufstiegs wieder aufzulösen: Sicherheitsstopps können auch sinnvoll genutzt werden [smiley]. Theo lobte beim Debriefing die Teilnehmer für ihre prallen Bojen, die alle gut im Lot gestanden hätten. Allerdings sprach er auch vielen Teilnehmern mit seiner Bemerkung aus der Seele, dass der erste Tauchgang eines Seminars / Urlaubs „nicht immer optimal“ sei.

Nach dem Schreiben der obligatorischen Tauchgangprotokolle stürmten wir zu Dusche und dem Abendessensbuffet.

 

Zweiter Tag, zwei Tauchgänge

Montag 28.10.2019.

Blauer Himmel und laue Temperaturen versprachen einen schönen Tauchtag. Wie schon gestern trafen wir uns um 9 Uhr an der Tauchbasis zu Gruppeneinteilung, Tauchgangs-Vorbesprechung und zum Aufrödeln der Geräte.


Tauchgang eins: Versenkt und verwickelt

Für‘s erste Erlebnis sollten wir auf 40+ m Tiefe abtauchen, zwischendurch wieder aus dem Automaten des Buddy‘s atmen und auf dem Rückweg uns aus Schnüren freischneiden, die uns von den Ausbildern angelegt werden würden. Wir machten uns bei der Vorbesprechung Gedanken darüber, wie viel Strömung uns heute umschmeicheln würde und wohin sie uns treibt.

Für die Fesselspiele (Originalton eines TL3) hatte jeder *] sich aus Bojenschnur – eine Spule wurde sogar speziell dafür gekauft – ein Schnürli zurechtgeschnitten und sich beispielsweise in den Anzugsärmel gesteckt.

Das Abtauchen wie auch das Partneratmen und das Finden der Tiefe klappte gut, der Tauchplatz (u. a. El Mirador) war von den Göttern tiefgründig ausgesucht worden. Wieder bei ca. 14m Tiefe angelangt, übergab Einer nach dem Anderen das vorbereitete Schnürli an den Ausbilder, der sich redlich bemühte, den Taucher fachgerecht von Flosse bis Ventil einzuwickeln. Die mitgeführten Schneidwerkzeuge waren aber immer den Schnüren gewachsen, schneller als man verschnürt werden konnte war man auch wieder frei und musste nur noch die Fetzen wieder einsammeln zum Entsorgen. Kurz drauf wieder Bojen schießen, ins Boot und zurück zur Basis.

(Kurz vor dem Einstieg ins Boot riskierte ein Teilnehmer eine dicke Lippe, als er sich beim Lösen der Bleitasche zu dicht über eine Feuerqualle beugte und von dieser am Mund genesselt wurde. Nach der äußerlichen Anwendung von Antihistaminikum-Gel und Erdbeeressig konnte er bereits wieder mit Genuss am Abendessen teilnehmen. Er hat sich jedoch vorgenommen, vorläufig keine Medusen mehr zu küssen.)

Nach dem Debriefen war es Zeit für das Mittagessen, ein Supersandwich / Baguette mit Belag wie gestern von jedem bestellt.

Spruch in der Mittagspause: Wenn wir schon keine flachen Tauchgänge machen, dann wenigstens flache Witze.

Tauchgang zwei: Szenen einer Rettung

Als zweites Erlebnis wurde uns das Retten eines verunfallten Tauchers in Demonstrationsqualität aufgegeben. Drei der jeweils vier TL-Aspiranten in einer Gruppe demonstrierten die Rettung am Anfang des Tauchgangs vom Boden bis ca. 3m höher, dann gab es den touristischen Teil des Tauchgangs, bis am Ende des Tauchgangs wieder jemand „verunfallte“ und diesmal bis an die Oberfläche transportiert wurde. Dabei nahmen wir Rücksicht auf unser aller Gesundheit und beachteten sämtliche Sicherheitsstopps, auch die, die auf dem Tauchcomputer des „Verunfallten“ angezeigt wurden. Nach dem Einstieg ins Boot wurden jedoch keine weiteren Stopps gemacht, es ging sehr zügig zurück zum Hafen. Dort wurden die Maßnahmen der Ersten Hilfe demonstriert und die Besonderheiten und Therapien bei Tauchunfällen diskutiert. Auch die besondere Rolle der VDST-Hotline bei der Behandlung in der Druckkammer (Finanzen) sowie bei der Betreuung von DCS-Symptomen, die nach zwischenzeitlicher Besserung wiederkehren (auch noch mehrere Tage später), wurde verdeutlicht.

Im touristischen Teil des Tauchgangs erkundeten wir die nähere Umgebung des Tauchplatzes (Amfiteatro) und fanden mehrere Zackenbarsche und Barrakudas, eine schöne Schnecke in gelbgrün gestreift mit Bürzel und einen Stachelrochen, der ermattet an einer Angelleine hing. Behutsam schnitten wir die Angelschnur in der Nähe des Mauls ab und befreiten den Rochen. Die Angelschnur wickelten wir um eine Stablampe und warfen sie an Land weg (nur die Schnur).

Besonders im Gedächtnis bleiben wird uns die Simulation des AED (Automatischen Externen Defibrillators) durch unseren Verbandsdoktor. Mit dem rhythmischen „Büip Büip Büip …“ 100 Mal pro Minute und einem eingestreuten „… Patient nicht berühren, es wird analysiert … Be-aaatmen, Be-aaatmen“ war er fast nicht vom Original-AED zu unterscheiden.

*] Der einfacheren Lesbarkeit halber wird hier nur die männliche Form verwendet, selbstverständlich sollen damit alle Geschlechter repräsentiert werden.

 

Der 3. Tag – Was für ein schöner Tag!

Nun sind wir alle eingetaucht – sowohl technisch, als auch im Wasser!

Das Wetter zeigte sich nun von der sonnigen und windstillen Seite, es könnte also nicht besser sein, die Abläufe sind nun sehr gut eingespielt, so dass die heutigen Übungs-Tauchgänge einfach nur Spaß gemacht haben!

 1. Tauchgang, der, der wieder „etwas“ tiefer sein durfte

Auf 42 Meter suchten wir uns alle ein lauschiges Plätzchen und holten unsere Seile aus den Taschen, um die geforderten Knoten, z.B. den Palstek, zu knüpfen und lustige Rechenaufgaben aus dem 4. Schuljahr zu lösen. Dann ging es auch schon wieder langsam nach oben zum Fische gucken. Und was für ein Erlebnis! Ein riesiger Schwarm Sardinen ballte sich wie eine Gewitterwolke, denn ein paar Makrelen stießen immer wieder hinein und erbeuteten sich ihren leckeren Mittagssnack. Zum Glück konnte die folgende „Problem-Übung“ warten…

Diese kam dann auf den imaginären Dekostufen 6 und 3 Meter: Wir simulierten den Ausfall durch Undichtigkeit des Jackets und mussten deshalb unsere Signalboje als Auftriebsmittel zweckentfremden. Auch das klappte bei allen tadellos! Mit diesen vielen positiven Erlebnissen traten wir die Rückfahrt zur Basis an.

Die Mittagspause wurde wieder aktiv gestaltet, mit Nachbriefing, Umrödeln, Protokollschreiben, Baguette essen…

Und wie die Makrelen die Sardinen, jagten wir auch von einem Höhepunkt zum Nächsten: Nach Vorbesprechung, dem Kurzreferat, dem Briefing in jeder Gruppe und dem individuellen Umziehen ging es auch schon wieder mit dem Boot zum zweiten Tauchgang. Auf dem Weg dorthin entdeckte der Kapitän des ersten Bootes einen jagenden Thunfisch-Schwarm! Die Möwen zeigten uns, wo die Sardinen die Wahl zwischen Maul und Schnabel hatten!

Nach diesem kurzen Abstecher ging es an die beiden Tauchplätze und – auf ca. 30 Meter Tiefe. Dort unten angekommen waren wir diesmal die Gejagten: Bei der Fuchsjagd simulierten wir eine „Luftnot-Situation“, bei der ein Taucher ca. 10 Meter, mit dem Atemregler in der Hand, seinen Buddys hinterher „jagen“ muss, um von diesen wieder mit Luft versorgt zu werden. Auch das klappte bei allen 16 Teilnehmenden tadellos!

Eine Gruppe hatte dabei noch Unterstützung bekommen! Ein Adlerrochen zog an uns seelenruhig vorbei und zeigte uns, wie man gediegen dahin schweben kann.

Auf dem Rückweg gab es schon wieder ein „Problem“… Sowohl der Atemregler, als auch die Maske gingen „verloren“, und mussten mit einer Hand wieder auf die ursprünglichen Stellen gebracht werden. Und wieder hatte eine Gruppe prominente Unterstützung: Ein Engelhai zog majestätisch seine Bahn. Auch diese Übung konnten letztlich alle Teilnehmenden mit einem Haken für „geschafft“ versehen.

Nach Boje schießen, ordnungsgemäßen Austauchen und dem großen ins-Boot-Krabbeln konnten wir auf dem Weg in den Hafen nochmal die Thunfische jagen sehen. Den obligatorischen Abschluss bildeten das Wegrödeln, das Nachbriefing, das Protokollschreiben und der Fazit-ziehende Rückblick der Ausbilder.

Was für ein Tag!

 

Vierter Tag

Heute wird unser erster Prüfungstag, zunächst von Wolken überschattet. Temperatur und Stimmung sind ein wenig gedämpft, nur Wind und Wellen kommen uns entgegen.

Tauchgang sechs: Tieftauchen „ohne Flossen“

Ein letztes Mal vor Beginn der Prüfungen durften wir ohne Prüfungsstress tief und entspannt unter die 40 (m) gleiten. Genauso entspannt ging es wieder aufwärts, beim Aufstieg ohne Flossenbenutzung. Jeweils einer steigt auf, der andere sichert. Vollkommen entspannt vom meditativen Schweben, verpassten einige Teilnehmer schon wieder den täglichen Engelhai. Nach dem Rollenwechsel ging es weiter auf 20m Tiefe, wo (nach einer kurzen Pause) der Tauchgang unter touristischen Aspekten fortgesetzt wurde. Micha sah an dieser Stelle sein Seepferdchen, leider kein einheimisches, sondern Made in China.

Kaum war das Plateau erreicht, begann der Spiele Teil zwei: Boje setzen unter Wechselatmung. Sehr praktisch, da keine Multitasking-Fähigkeit erforderlich: einer kümmert sich nur um das Atmen, der andere kümmert sich nur um die Boje. Ergebnis: die absolut prallste Boje der Woche, so voll war sie noch nie. In aller Ruhe konnten wir uns danach ohne Strömung am Bojenseil nach oben wickeln, inklusive des obligaten Sicherheitsstopps. Alles in Wechselatmung, weil‘s so viel Spaß macht.

Beobachtungen unterwegs: Barrakudas, Zackenbarsche bis zum Abwinken, die eine oder die andere Muräne, Seegurken in den Felsspalten (oder doch eine Muräne?), eine Nacktschnecke beim Sonnenbaden und die geforderten zwei Pflanzenarten: die allgegenwärtige Cottoniella filamentosa und der gemeine Asparagopsis taxiformis.

(Leider wurde das Unterwasserzeichen für die Nacktschnecke nicht von allen verstanden, was aber daraufhin beim Nachbriefing ins Curriculum aufgenommen wurde.)

Tauchgang sieben: Es wird Ernst, die Rettung naht

Der erste echte Prüfungstauchgang. Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein und gefühlt eiskaltem Wind (oder waren es die Nerven?) quälten wir uns in die vom Morgen noch feuchten Klamotten. Die Prüfer freuten sich besonders über den ausgewählten Tauchplatz El Portal, der von allem etwas bietet: flache Plateaus, steile Wände, Schluchten, einen Durchbruch zum Betauchen. Rein, runter, Bubbles, weiter runter, rüber und schon begrüßte uns ein Adlerrochen und eine prächtige Keulenanemone (die wurde aber nicht von allen gewürdigt). Unterwegs wurde von allen die „Rettung eines reglosen Tauchers“ in Ausbildungscharakter demonstriert. Kurz vor Ende der Luft ging es höher auf ein Plateau, wo ein Monster-Drachenkopf fast nicht zu übersehen war (Axel hätte es fast doch geschafft). Eine andere Gruppe von Prüflingen entspannte sich derweil bei einer Siesta in der Dünung auf ca. 5m Tiefe. Abschließend wurde der letzte „Verunfallte“ noch sicher bis zur Wasseroberfläche gerettet. Der Weg zum Boot stellte sich dann als letzte Herausforderung des Tages heraus, da die Strömung uns doch recht unangenehm weit mitgenommen hatte. Damit hatten wir uns die doppelte Portion Schokoladeneis zum Abendessen verdient. Daran konnten auch die harten Wellenschläge auf der Rückfahrt oder auch das stinkende Geisternetz, das wir aus dem Wasser zogen, nichts mehr abknappsen.

Im Hafen angekommen, warfen wir einige Teilnehmer wieder ins Wasser und zogen sie über die Bordkante in das Schlauchboot zurück. Damit zeigten wir, wie man einen Verunfallten ins Boot bekommt, und machten Anwendungen des Chiropraktikers überflüssig. Die Verunfallten wurden schließlich in (Trage-)Tücher gehüllt und über den Steg an Land verfrachtet. Hoppla, da konnte es doch passieren, dass ein Verunfallter wieder ins Schnuppertauchbecken zurück plumpst.

Mit bangen Mienen und knurrendem Magen setzten wir uns zum ausgiebigen Nachbriefing zusammen. Aber dann gab es immer noch nichts zu Essen, sondern die ersten Zensuren für uns.

Das erste Sechstel der Praxisprüfung war für alle Kandidaten erfolgreich.

 

Tag 5 – Another day in paradise

Die Sonne scheint, der Wind bläst, die Wellen sind da! So wurden die Übungen noch interessanter und dann haben wir das „zurück-aufs-Boot“ noch gar nicht angesprochen.

Aber wir sind ja nicht zum Spaß hier und echte TL2 kann eine 3-Meter-Welle ja wohl nicht erschrecken!

Nun der Reihe nach:

Nach dem guten Frühstück, dem Briefing auf der Basis und den gruppeninternen Besprechungen ging es auf die Boote und – juhu – hinaus auf die Hohe See. Als Übung stand der „Wasser-Nase-Reflex“ an – das bedeutet, dass wir ohne Masken auf den Nasen am Ankerseil in die Tiefe bis auf ca. 10 Meter schwebten. Dort wurden die Masken auf- und der Tauchgang fortgesetzt. Zwei Gruppen hatten das Glück, einen ca. 1,5m-Stachelrochen zu finden! Und das, obwohl immer wieder ein Gruppenmitglied seine Maske oder eine Flosse „verloren“ hat. Am Ende hieß es noch das Boot möglichst genau finden, damit an der Wasseroberfläche keine unnötigen Wege zurückgelegt werden mussten.

…und dann haben wir das „zurück-aufs-Boot“ noch gar nicht angesprochen…

Nach einer seeeehr kurzen Mittagspause kam auch schon Runde 2 auf uns zu: „Orientierung ohne technische Hilfsmittel“. Konkret heißt das, der Prüfer taucht irgendwo hin – und die Gruppe findet zurück. Oder eben auch nicht. Die, die es nicht geschafft haben, durften dann noch ein bisschen Wellenreiten – und dann haben wir das „zurück-aufs-Boot“ noch gar nicht angesprochen…

Das Fazit des Tages?

-> Fehler sind zum Machen da, nicht zum Wiederholen.

Für uns als angehende Tauchlehrer 2 + 3 war es sehr lehrreich, wie die Prüfer mit unseren und auch ihren eigenen Fehlern umgehen! Nämlich offensiv, ehrlich und lösungsorientiert. Auch das völlig transparente Benotungssystem, nach jedem Tauchgang werden am Ende der Nachbesprechung die einzelnen Teilbereiche bewertet, hilft uns allen – den Prüflingen wie auch den Prüfern!

…und dann haben wird das „zurück-aufs-Boot“ noch gar nicht angesprochen…

 

Sechster Tag

Tauchgang zehn: Tieftauchen und Aufstieg am Hauptatemregler des Partners

In der Nacht kündigte sich durch starken Wind eine unruhige See für den nächsten Morgen an. Wir hatten damit für unseren vorletzten Tag und vorvorletzten Prüfungstauchgang mit dem Wetter nicht Unrecht. Mit dem Schlauchboot ging es über die Wellen zu unseren Tauchplätzen. Hier ging es wieder in die Tiefe. Bei Erreichen unserer 40+x Meter Tiefe standen bei allen Gruppen die Denksportaufgaben an : unter anderem ein Ständchen zum Geburtstag summen und geometrische Figuren zeichnen (einen Kreis zeichnen und nicht, wie gelesen, zerschneiden). Der Tauchgang wurde abgerundet mit Adlerrochen, Engelhaien, Stachelrochen und Barrakudas. Die vorgesehene Übung bestand darüber hinaus noch aus Luftmanagement der gesamten Tauchgruppe, was ein fleißiges Reglertauschen nach sich zog. Hierbei ging es zu wie auf einem Basar. Gefeilscht wurde hier allerdings wenig – jeder hat seine Luft bekommen, sodass alle Gruppenmitglieder am Ende des Tauchganges mit dem geforderten Restdruck von mindestens 50 Bar rauskamen. Auf dem Heimweg gab es leider grüne Gesichter unter den anwesenden Tauchern. Wir sind halt für unter Wasser gemacht und nicht für den Seegang über Wasser.

Nach dem Entladen der Boote kam der Team Spirit „Coconut Milk“ zum Einsatz – das Duschgel, das von (fast) allen geliebt und benutzt wird. Dann wurde es Zeit für das Mittagsbaguette und wir konnten unsere Mittagspause in der Sonne genießen.

Entsprechend groß war die Freude, als klar war, dass die Wellenberge sich nicht noch höher türmten, sondern der Wind ein bissl nachgelassen hat. Und die Freude auf den kommenden Tauchgang war eh groß, stand als Übungsthema die “Fuchsjagd” und Sightseeing an. Was einmal geht, geht auch zweimal, so war das Motto aller Teilnehmer, und schon ging es in den einzelnen Gruppen wieder gegen den Uhrzeigersinn herum – die Jagd nach der Luft der Vorderleute, mit dem eigenen Atemregler in der Hand. Alles kein Problem!

Der kleine Schlot wurde zu Theos Freude gefunden und betaucht und im “Amphitheater” konnte dann anschließend Hamlet, die zwei Musketiere und “Barcelona” von Freddy Mercury zusammen mit Montserrat Caballé bewundert werden – schade nur, dass die Zuschauermassen sich doch in engen Grenzen hielten. Aber wir waren noch steigerungsfähig! Auch wenn der Engelhai sich mal wieder dünn machte, so konnten doch gut die Pflanzen bestimmt werden, wenn sich die Tauchlehrerin ordentlich mit Schreibtafel vorbereitet!

Alle vier Gruppen kamen auch diesmal ohne “Gepaddl” an die Boote zurück – der Rest des Tages war einfach nur Erleichterung und die Vorfreude auf den morgigen Schlussakkord!

 

Finale – oho, Finale – ohohoho…

Es war ja schon ein komisches Gefühl – 11 Tauchgänge lagen bereits hinter uns – und nun war noch einer zu planen und durchzuführen. Thema: „Aufstieg ohne Flossenbenutzung“. Die Routine griff um sich – alles lief, zügig wurden die Geräte zusammengebaut, die Vorbesprechungen abgehalten und die Anzüge übergestreift. Es lief so routiniert, dass wir letztendlich ca. eine halbe Stunde zu schnell waren!

Auf die Frage „Warum eigentlich OHNE Flossenbenutzung“ kam von den Ausbildern nur die Antwort „Damit sich die Flossen nicht so abnutzen“. Ok, als 11/12-tel TL 2 wussten wir ja, dass es einen noch viel tieferen Sinn bei dieser Übung gibt: Das präzise Tarieren in unterschiedlichen Tiefen nur mit Lunge und „Luft-ablassen“ aus dem Jacket.

Rein ins Boot – rüber ins Tauchgebiet – raus aus dem Boot – runter auf die Zieltiefe 40 Meter – erste Gruppe hoch auf 30 m – zweite Gruppe hoch auf 20 m – Fische gucken – Aufstieg mit Sicherheitsstopp – rein ins Boot – zurück DURCH die Wellen – rein in den Hafen – raus aus dem Boot – raus aus der Neopren-Pelle – runter unter die Dusche mit Cocos Teamspirit.

High Noon: Nach dem Debriefing war uns klar, dass wir etwas Großes geschafft hatten!

Und nun überkam einige die große Leere:

Was tun?

Kein Tauchgang am Nachmittag?

Einige konnte das aber nicht aushalten und sprangen verzweifelt wieder aufs Boot und tauchten „just for fun“ ab!

Und auch der Engelhai, von dem eine Teilnehmerin bisher nur gerüchteweise wusste, konnte dank des selbstlosen Einsatzes des TL 3 Axel ihr vor Augen geführt werden.

Die anderen erholten sich, bereiteten den Abend vor oder machten einfach mal garnix.

Nun konnte der Abend endlich kommen – und damit meinten wir nicht nur das Abendessen, sondern die anschließende Preisverleihung, äh, Urteilsverkündung, äh, Brevetübergabe an die Teilnehmer, die schon alle Prüfungsteile abgeschlossen hatten. Eine schier unglaubliche Quote von 100% (sic!) der Teilnehmer hat die Praxisprüfung bestanden!

Ein klein wenig Wehmut schwang allerdings auf der kleinen Feier auf der kleinen Basis am Rande der kleinen Insel im großen Atlantik mit: Theo überreichte nach über 20 Jahren das letzte Mal die Brevets. Auch er bekam einiges überreicht: Vom Basisleiter ein speziell für ihn entworfenen und angefertigten Kapuzenpulli mit der Aufschrift „Legende des Tauchens – seit 2000 charakterbildende Ausbildung“ und von den Teilnehmern bekam er ein Fotoalbum.

Dann legte die Live-Band los und spielte die Hits der 60ger, 70ger, 80ger, 90ger und von heute, so dass jeder etwas aus seiner Jugend genießen konnte. Die Anspannung der letzten neun Tage tanzten wir uns nun aus den Knochen und begossen das Erreichte.

Ein ganz fettes Dankeschön an die vier Prüfer, die uns in dieser Woche viel von ihrem Erfahrungsschatz weitergegeben haben.

Die beiden Co-Prüfer, Nils und Markus, hatten den undankbarsten Job: Sie organisierten die Tauchgruppen, übertrugen die Noten in die EDV, waren immer Schuld wenn etwas nicht lief, mussten uns beurteilen und wurden auch noch selbst geprüft. Vielen Dank für Euren Hammerjob! Bitte bleibt „the normal ones“.

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