Plastik

...in Seen, Flüssen und Meeren

Plastik, ein großes Problem

Gerade uns Tauchern fällt es immer mehr auf: nicht nur im Meer oder den Küsten von beliebten Urlaubsorten, auch in unseren heimischen Seen und Flüssen finden wir immer mehr Plastikmüll. Plastik und Mircoplastik ist eine große Gefahr für alle Gewässer und vor allem die dortigen Lebewesen.

Unglaubliche zehn Millionen Tonnen Plastik werden Jahr für Jahr in unsere Gewässer getragen. So treiben auf jedem Quadratkilometer der Wasseroberfläche mehr als 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Das ist jedoch nur ein kleiner Prozentsatz des Gesamtmülls, denn weit über 70 Prozent sinkt auf den Meeresboden und bleibt dort liegen, weitere 15 Prozent werden an den Küsten angespült. Wenn wir nicht sofort umsteuern und unser Verhalten ändern, könnte sich diese Menge bis zum Jahr 2025 verzehnfachen, so die düstere Prognose der Wissenschaft.

Gefahr für die Lebewesen

Viele Tiere verwechseln Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung: Meeresschildkröten halten Plastiktüten für Quallen, Vögel fressen Schraubverschlüsse, Zigarettenkippen und Feuerzeuge und verhungern mit „vollem“ Magen. Verlorengegangene oder über Bord geworfene Fischernetze, sogenannte Geisternetze, treiben jahrzehntelang im Meer und fordern Tausende Opfer unter Fischen, Seevögeln oder Delfinen. Die Tiere verfangen sich in den Netzen, strangulieren sich selbst oder ertrinken jämmerlich.

In jeder noch so entlegenen Region dieser Erde, ob in der Arktis oder der Tiefsee, treffen wir auf die tödlichen Überreste unserer Wegwerfgesellschaft. Grund dafür ist die extreme Haltbarkeit von Plastik. Nur sehr, sehr langsam wird Plastik durch Salzwasser, Sonne oder Reibung in kleinere Teile zersetzt. Dabei werden auch noch giftige Inhaltsstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel freigesetzt.

Ein besonderes Phänomen sind die sogenannten Müllstrudel in unseren Ozeanen. Große Wasserwirbel sammeln hier gigantische Müllteppiche an. Der wohl bekannteste ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik. Er hat inzwischen die Größe Mitteleuropas erreicht.

Du kannst etwas tun: Vermeiden. Reduzieren. Wiederverwerten.

Aufräumen ist das eine, noch wichtiger ist es, Müll zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und die richtigen gesellschaftspolitischen Signale zu senden.

  • Wirf Müll nicht achtlos weg. Nimm alles wieder mit, was Du zum Beispiel für den Strandtag eingepackt hast.
  • Kaufe langlebige Produkte – so schonst du wertvolle natürliche Ressourcen.
  • Nutze plastikfreie Verpackungen, Mehrwegflaschen und eigene Tragetaschen für den Einkauf. Habe sie immer dabei.
  • Trenne deinen Müll. Nur so kann Recycling funktionieren.
  • Achte beim Kauf von Kosmetikprodukten darauf, dass diese keine Mikroplastikpartikel enthalten.
  • Unterstütze und initiiere freiwillige Reinigungsaktionen.
  • Mach mit und werde Gewässerretter!

www.gewaesserretter.de

Wassersportler und Naturliebhaber können Müll in Meer, Seen oder Flüssen beispielsweise „live melden“. Eingegebenen Daten werden interaktiv dargestellt und liefern uns wichtige Infos über die Abfallbelastung deutscher Gewässer.

Die Gewässerretter-App für mobile Endgeräte gibt’s kostenlos im Google play store (Android) bzw. App store (ios).

Ein gemeinsames Projekt vom VDST mit dem NABU, dem Deutschen Kanu-Verband und dem Deutschen Segler-Verband zum Schutz unserer Gewässer.

Der richtige Ansprechpartner

nicht besetzt
Fachbereichsleiter Umwelt & Wissenschaft
umwelt@vdst.de
Dr. Steffen Hengherr
Stv. Fachbereichsleiter Umwelt & Wissenschaft
steffen.hengherr@vdst.de
Dr. Ralf Sonntag
Ressort Artenschutz
artenschutz@vdst.de
Gerd Knepel
Ressort Denkmalger. Tauchen, UW-Archäologie
archaeologie@vdst.de
Silke Oldorff
Ressort Naturschtz
silke.oldorff@vdst.de
Dr. Birgit Gieren
Ressort UW-Geologie
geologie@vdst.de

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